Es war im Schwarzbubenland die grosse Überraschung bei den Solothurner Kantonsratswahlen am Sonntag. Die SP gewann einen dritten Sitz im Parlament, während die SVP weiterhin nur zwei Vertreter ins Rathaus in Solothurn entsenden kann.

In der grösstenteils ländlich geprägten Amtei Dorneck-Thierstein war mit einem solchen Ergebnis nicht zu rechnen. Eher spekulierten viele darauf, dass die rechte Volkspartei einen zusätzlichen Sitz ergattert. Dank einer Listenverbindung mit den Grünen lachen nun aber die prozentual schwächeren Sozialdemokraten. Die SVP, die ihren Stimmenanteil im Schwarzbubenland in Vergleich zu vor vier Jahren von 19,4 Prozent auf 20,3 Prozent steigern konnte, schaut in die Röhre.

Das Resultat macht auch deutlich, dass die SVP in den einzelnen Gebieten des Schwarzbubenlandes höchst unterschiedlich beliebt ist. Im Bezirk Thierstein ist die Partei in den vier kleineren Gemeinden Erschwil, Grindel, Bärschwil und Zullwil stärkste Kraft. Die höchsten Wähleranteile erreichte sie vorgestern mit 33,97 Prozent im 600-Seelen-Dorf Fehren.

SVP-Hochburg Fehren

«Das könnte damit zusammenhängen, dass der in Fehren aufgewachsene und noch immer wohnhafte SVP-Nationalrat Christian Imark ein hohes Ansehen geniesst und sicherlich seine Anhängerschaft zum Wählen animieren konnte», sagt CVP-Gemeindepräsident Peter Merckx-Ackermann. Dabei gehört dem fünfköpfigen Gemeinderat kein einziges SVP-Mitglied an und die Partei hat auch keine eigene Sektion in der Gemeinde.

Fährt man wenige Kilometer weiter, sieht die Situation deutlich anders aus. Im Nachbardorf Meltingen dominieren die CVP und die FDP, denen es mit grossem Abstand gelungen ist, am meisten Wählerinnen und Wähler zu mobilisieren. Dagegen hatte die SVP keinen Stich und kam nur auf sehr tiefe 11,79 Prozent der Stimmen.

Noch weniger waren es im ganzen Schwarzbubenland nur in Beinwil, wo die FDP hohe 42,05 Prozent erreichte. Der aus der am Passwang gelegenen Gemeinde stammende freisinnige Regierungsrat Remo Ankli ist an diesem Glanzresultat nicht ganz unschuldig. Auch in den beiden Thiersteiner Ortschaften Büsserach und Breitenbach kam die FDP auf deutlich mehr als 40 Prozent der Stimmen.

Grüne siegten in Dornach

In den elf Gemeinden im bevölkerungsmässig grösseren Bezirk Dorneck schwang die SVP nur im Dörfchen Nuglar-St. Panthaleon obenaus. Im Dorf auf dem Dorneckberg entschieden sich 29,07 Prozent der Wähler für die Volkspartei. In Dornach, der grössten Ortschaft des Schwarzbubenlandes, hatte die SVP hinter der SP, der FDP und den Grünen, der klar stärksten Partei im Bezirkshauptort, das Nachsehen.

Im hinteren Leimental ist es für die SVP schwierig, gegen die etablierten Parteien anzukommen. «Die Kreispartei Leimental existiert erst seit 2008», sagt Kreisparteipräsidentin und Kantonsratskandidatin Andrea Meppiel. Man habe im Vorfeld der Wahlen einige Stand-Aktionen durchgeführt, so auch in Bättwil, dabei aber feststellen müssen, dass viele Vorurteile gegenüber der Volkspartei hätten und es schwierig sei, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen.

Die Nähe der Gemeinden des hinteren Leimentals zur Stadt Basel habe zudem sicher einen Einfluss darauf, dass die SVP hier nicht so stark ist, findet Meppiel. Nur auf gerade einmal 13,17 Prozent kam man am Sonntag in Rodersdorf, wo knapp 40 Prozent SP wählten.