Tag der lebendigen Traditionen

Die Vereine und ihr Kulturerbe sind auch ohne Publikum lebendig

Mit der letztjährigen Erstausgabe der «Tag der lebendigen Traditionen» waren die Veranstalter zufrieden.

Mit der letztjährigen Erstausgabe der «Tag der lebendigen Traditionen» waren die Veranstalter zufrieden.

Am diesjährigen «Tag der lebendigen Traditionen» zeigen Vereine ihr Schaffen. Der Fokus liegt dabei auf dem immateriellen Kulturerbe. Aufgrund des Coronavirus aber leider ohne Zuschauerinnen und Zuschauer.

Mit 400 Besucherinnen und Besuchern konnte man im vergangenen Jahr zwar nicht von einem Grossandrang sprechen, doch aufgrund der Hitze und parallel stattfindender Grossanlässe wie dem «Slow Up» zeigten sich die Verantwortlichen mit der Premiere zufrieden. In diesem Jahr werden aufgrund der Corona-Pandemie nur Aktive zum «Tag der lebendigen Traditionen» eingeladen – Mitglieder von Vereinen, Verbänden oder sonst Interessierten.

«Natürlich hätten wir gerne Publikum dabei», betont Stefanie Klär, Mediensprecherin des Römertheaters Augusta Raurica, wo der Anlass auch dieses Jahr am 20. September stattfinden wird. «Für viele Gruppen, die wir mit dem ‹Tag der lebendigen Traditionen› ansprechen, ist das Auftreten vor Publikum natürlich das Herzstück ihres Schaffens.»

Die Einlagen vor Publikum sind aber nur ein Teil des Festtags: Er wurde von der Kulturabteilung des Kantons Baselland «kulturelles.bl» ins Leben gerufen, um Baselbieter Brauchtümer zu stärken und Aktive zu vernetzen.

Der Kanton nahm sich vor, sich im Vorfeld des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests 2022 in Pratteln verstärkt mit seinem immateriellen Kulturerbe auseinanderzusetzen. Unter dem Motto «#minitraditionläbt» wurde dafür ein fünfjähriger Strukturprozess lanciert. Für die Vereine geht es schliesslich um ihre Zukunft.

In Workshops teilen sie persönliche Erfahrungen

Um die im vergangenen Jahr aufgenommenen Diskussionen weiterführen zu können, soll trotz des Coronavirus der «Tag der lebendigen Traditionen» auch 2020 stattfinden. Der Kerngedanke des Tages – das Vernetzen, Weiterbilden sowie Aufnehmen von Bedürfnissen der Aktiven und damit das Stärken der Brauchtümer könne auch ohne Publikum funktionieren. Die Premiere im vergangenen Jahr habe gezeigt, dass der Austausch einem Bedürfnis entspreche, so Stefanie Klär. «Wir wollen den eingeschlagenen Weg weitergehen, um die Herausforderungen der Szene zu meistern.»

Im Rahmen der fünf Themenbereiche Kommunikation, Führen und Verantworten, Finanzen und weitere Unterstützung, Selbstfürsorge sowie Recht und Ordnung werden 13 Kurse und Workshops angeboten. Dafür wurden Referentinnen und Referenten engagiert, die auch aus persönlicher Erfahrung als Aktive über die Herausforderungen von Vereinen und Verbänden berichten können.

«Die persönliche Erfahrung ist uns wichtig», verrät Klär. «Die Brauchtümer sind schon so etwas wie eine Welt für sich mit sehr viel Eigenengagement – stets zwischen professionellem und hobbymässigem Wirken.»

Noch breiteres Bild des Kulturerbes zeigen

Die Verantwortlichen von «kulturelles.bl» und der achtköpfigen Konzeptgruppe hoffen nun, dass der eingeschlagene Strukturprozess erfolgreich fortgeführt werden kann und die Aktiven im kommenden Jahr ihr Können wieder vor einem möglichst grossen Publikum präsentieren können. Denn eigentlich war schon für dieses Jahr geplant, am «Tag der lebendigen Traditionen» ein im Vergleich zur Premiere noch breiteres Bild des Baselbieter Kulturerbes zu zeigen.

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