Wahlkampf

Die Wahlen waren ein Fiasko - die Baselbieter BDP gibt aber nicht auf

Der Trend ist eindeutig: Seit dem Erfolg vor acht Jahren, als die Partei ein Jahr nach ihrer Gründung auf Anhieb vier Landratsmandate holte, geht es nur noch abwärts. (Symbolbild)

Der Trend ist eindeutig: Seit dem Erfolg vor acht Jahren, als die Partei ein Jahr nach ihrer Gründung auf Anhieb vier Landratsmandate holte, geht es nur noch abwärts. (Symbolbild)

Nach einer Krisensitzung heisst die Devise: Angriff statt Auflösung.

Das Fazit der Mutterpartei ist deutlich: «Es gibt nichts zu beschönigen. Das Abschneiden der BDP Baselland bei den Landratswahlen ist bedauerlich. Es ist nicht gut, wie es gelaufen ist.» Das sagt Lorenz Hess, Vizepräsident der BDP Schweiz, auf Anfrage der «Schweiz am Wochenende». Tatsächlich war der 31. März ein schwarzer Tag für die Baselbieter Sektion der Bürgerlich-Demokratischen Partei. Sie verlor ihr einziges Mandat und ist ab Juli nicht mehr im Kantonsparlament vertreten.

Dabei war sie angetreten mit dem Ziel, nicht nur ihren einzigen Landratssitz zu verteidigen, sondern zwei weitere hinzuzugewinnen. Zwar erreichte die Bisherige Marie-Therese Müller aus Reinach mit 1052 Stimmen fast so viele wie die 1128 vor vier Jahren. Doch über Reinachs Wahlregion 2 wie auch über den Kanton gesehen ging rund die Hälfte der Parteiwählerstimmen verloren. Damit wiederholte sich das Szenario von 2015, als die BDP ebenfalls die Hälfte der 2011 erzielten Stimmen eingebüsst hatte. Der Trend ist eindeutig: Seit dem Erfolg vor acht Jahren, als die Partei ein Jahr nach ihrer Gründung auf Anhieb vier Landratsmandate holte, geht es nur noch abwärts.

Bürgi will Präsident bleiben

Die Frage ist: Genügen 921 Parteiwählerstimmen respektive 1,5 Prozent Wähleranteil noch, um die Kleinstpartei am Leben zu erhalten? «Wir geben nicht auf», hält der Baselbieter BDP-Präsident Marc Bürgi fest. Dass das nicht selbstverständlich ist, zeigt schon, dass sich die erweiterte Geschäftsleitung am Mittwochabend zur Lagebesprechung getroffen hat, wie Bürki offenlegt. «Wir haben nicht über die Auflösung der Sektion diskutiert, wissen aber, dass wir Dinge verändern müssen.» Diese Veränderungen sollen allerdings mit demselben Vorstand in Angriff genommen werden. Bürgi: «An die Generalversammlung vom 2. Mai haben wir zwei Empfehlungen: Erstens die Wiederwahl des Vorstands und zweitens, dass wir zu den Nationalratswahlen im Herbst antreten, dies mit einer Mitte-Listenverbindung mit CVP, EVP und GLP.» Allzu neu klingt das zwar nicht, doch Bürgi kündigt an, dass man dieses Mal zwei Siebner-Listen füllen wolle, eine Stammliste und entweder eine Jung- oder eine Frauenliste. Zudem hänge sich die Sektion erstmals an den Wahlkampf der BDP Schweiz an, was ganz andere Möglichkeiten biete.

Hoffnung: Erstnachrückender

Eine Auflösung kommt für Bürgi auch nicht infrage, da die Partei noch über 19 kommunale Mandate verfüge, darunter drei Gemeinde- und drei Einwohnerratssitze. «Auch im Hinblick auf die Gemeindewahlen 2020 machen wir weiter.» Zudem habe die Wahlpleite bisher zu keinen Austritten geführt. Von den 76 Mitgliedern seien sogar fünf erst 2019 dazugestossen, betont Bürgi. Jetzt gelte es, der Bevölkerung endlich klarzumachen, dass die BDP Baselland keine Abspaltung der SVP, sondern eine Neupartei sei. Auch Lorenz Hess ist froh, macht die Sektion weiter: «Ich finde es toll, dass sie kämpfen wollen und sich stark engagieren.»

Ein klitzekleiner Funken Hoffnung bleibt der BDP übrigens noch, im Laufe der Legislatur doch wieder in den Landrat einzuziehen: Im Wahlkreis Sissach ist der Tenniker BDP-Gemeinderat Marcel Zimmermann Erstnachrückender, falls die Parteilose Regina Werthmüller aus Sissach zurücktreten sollte.

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