Jugendliche aus der Region glänzten an der neunundvierzigsten Ausgabe des nationalen Wettbewerbs von «Schweizer Jugend forscht» (SJf). Die vom Basler Biologen Adolf Portmann gegründete Stiftung beflügelt seit 1967 Kinder und Jugendliche in ihrer wissenschaftlichen Neugier. Vier der diesjährigen Talente aus dem Baselbiet wurden im Rahmen der Prämierungsfeier am vergangenen Samstag mit Sonderpreisen ausgezeichnet. Diese stellt die bz auf dieser Seite samt ihren Projekten vor.

Von schweizweit 167 Teilnehmern schafften es 110 ins Finale. Darunter acht Baselbieter und zwei Baselstädter. Am vergangenen Freitag stellten die Jugendlichen ihre Projekte an der Schweizerischen Alpinen Mittelschule in Davos der Öffentlichkeit und einer Fachjury vor.

Die 110 Finalisten, darunter ein paar Zweierteams, vertraten insgesamt 19 Kantone und bestanden aus rund zwei Drittel Männern und einem Drittel Frauen. Die Arbeiten der Schüler werden schliesslich von Experten mit einem Prädikat von «gut» bis «hervorragend» versehen. Je nach Prädikat erhalten die Jugendlichen zwischen 500 und 1200 Franken Preisgeld. Den innovativsten Arbeiten winkt einer der insgesamt 26 Sonderpreise, die zum Beispiel vom Eidgenössischen Departement für auswertige Angelegenheiten (EDA) oder der Universität Basel vergeben werden.

Mit acht Finalisten steht das Baselbiet im kantonalen Vergleich an fünfter Stelle hinter den Kantonen Aargau (25 Arbeiten), Zürich (14), Bern (11) und Luzern (10). Neben den mit Sonderpreisen ausgezeichneten Jungforschern schafften es aus der Region auch die Gymnasiasten Christopher Kolloff (Sissach), Fabienne Kümmerli (Therwil), Samuel Renggli (Binningen), Jesse Weder (Arlesheim) sowie die beiden Basler Marc Buchs und Sarah Durrer in den Finalwettbewerb.

Unter dem Titel «Die Vierte Gewalt in Bedrängnis» untersuchte Fabian Schnell aus Wahlen die schweizerische Pressezensur im Zweiten Weltkrieg anhand von Tageszeitungen. «Ich habe schon immer gerne Zeitung gelesen und war geschichtlich interessiert», erklärt der 20-Jährige, der bis Dezember 2014 das Gymnasium Laufental-Tierstein besuchte. Für seine Maturarbeit habe er alte Ausgaben der Basellandschaftlichen Zeitung, der National Zeitung und der NZZ angeschaut. «Vor allem bei der damals kleinen und regionalen bz, die nur einmal täglich erschien, und nicht sechsmal wie die NZZ, sieht man schön, welchen Einfluss die Selbstzensur der Autoren auf ihre Berichterstattung hatte.» Künftig wird sich der Laufentaler jedoch anderweitig beschäftigen: Er möchte an der ETH Zürich Mathe studieren. «Geschichte ist eher ein Hobby von mir.» Momentan befindet sich Schnell als Durchdiener in der Rekrutenschule. Anschliessend wird er sich an seinem Sonderpreis erfreuen können: Das EDA schickt ihn für ein paar Wochen an eine Auslandsvertretung seiner Wahl.

Zeitungsleser

Unter dem Titel «Die Vierte Gewalt in Bedrängnis» untersuchte Fabian Schnell aus Wahlen die schweizerische Pressezensur im Zweiten Weltkrieg anhand von Tageszeitungen. «Ich habe schon immer gerne Zeitung gelesen und war geschichtlich interessiert», erklärt der 20-Jährige, der bis Dezember 2014 das Gymnasium Laufental-Tierstein besuchte. Für seine Maturarbeit habe er alte Ausgaben der Basellandschaftlichen Zeitung, der National Zeitung und der NZZ angeschaut. «Vor allem bei der damals kleinen und regionalen bz, die nur einmal täglich erschien, und nicht sechsmal wie die NZZ, sieht man schön, welchen Einfluss die Selbstzensur der Autoren auf ihre Berichterstattung hatte.» Künftig wird sich der Laufentaler jedoch anderweitig beschäftigen: Er möchte an der ETH Zürich Mathe studieren. «Geschichte ist eher ein Hobby von mir.» Momentan befindet sich Schnell als Durchdiener in der Rekrutenschule. Anschliessend wird er sich an seinem Sonderpreis erfreuen können: Das EDA schickt ihn für ein paar Wochen an eine Auslandsvertretung seiner Wahl.

Unter dem Titel «Wenn Knochen sprechen» führte Lara Indra aus Oberwil eine anthropologische Untersuchung am Skelett von Johann Salathé aus dem 19. Jahrhundert durch. «Knochen haben mich schon immer interessiert. Als Kind waren es Tierknochen, und mit der Zeit wurden es historische Menschenknochen», erzählt die 19-Jährige. Sie habe als Teenager ihr erstes Geld damit verdient, Tierskelette zu präparieren. Zum Skelett von Salathé erhielt sie Zugang durch das Naturhistorische Museum Basel. «Meine Arbeit ist auch Teil eines Buches des Museums, das in etwa zwei Jahren erscheinen wird», erzählt Indra, die im Dezember am Gymnasium Oberwil die Matur abschloss. Bei ihren Untersuchungen am Skelett konnte Indra belegen, was auch in der alten Krankenakte Salathés stand: «Der Mensch hatte ziemlich starke Arthrose.» Künftig werde sie sich weiter mit Knochen beschäftigen. Sie wird an der Universität Basel Naturwissenschaftliche Archäologie studieren.

Knochenspezialistin

Unter dem Titel «Wenn Knochen sprechen» führte Lara Indra aus Oberwil eine anthropologische Untersuchung am Skelett von Johann Salathé aus dem 19. Jahrhundert durch. «Knochen haben mich schon immer interessiert. Als Kind waren es Tierknochen, und mit der Zeit wurden es historische Menschenknochen», erzählt die 19-Jährige. Sie habe als Teenager ihr erstes Geld damit verdient, Tierskelette zu präparieren. Zum Skelett von Salathé erhielt sie Zugang durch das Naturhistorische Museum Basel. «Meine Arbeit ist auch Teil eines Buches des Museums, das in etwa zwei Jahren erscheinen wird», erzählt Indra, die im Dezember am Gymnasium Oberwil die Matur abschloss. Bei ihren Untersuchungen am Skelett konnte Indra belegen, was auch in der alten Krankenakte Salathés stand: «Der Mensch hatte ziemlich starke Arthrose.» Künftig werde sie sich weiter mit Knochen beschäftigen. Sie wird an der Universität Basel Naturwissenschaftliche Archäologie studieren.

Valentin Moser aus Allschwil besuchte bis im vergangenen Dezember das Gymnasium Oberwil. In seiner Maturarbeit, die er auf Englisch verfasste, untersuchte er das Verhalten von männlichen Gartenrotschwänzen. Dazu beobachtete der 20-Jährige diese Vögel in Gemeinden im Unterbaselbiet. «Der Gartenrotschwanz ist eine gefährdete Art, aber in der Region Basel hat es noch einen Bestand», erklärt Moser. Er habe sich schon lange für Vögel interessiert. Deshalb sei es auch klar gewesen, dass er sich in seiner Maturarbeit damit auseinandersetzen werde. Momentan befindet sich Moser im Zivildienst — passenderweise in einer Vogelwarte. «Danach werde ich wohl etwas in Richtung Biologie studieren.» Zuerst kann er sich aber an seinem Sonderpreis erfreuen: Die Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT), welche den Preis vergibt, ermöglicht ihm ein Forschungspraktikum am Centre Suisse de Recherches Scientifiques in Abidjan (Elfenbeinküste).

Vogelforscher

Valentin Moser aus Allschwil besuchte bis im vergangenen Dezember das Gymnasium Oberwil. In seiner Maturarbeit, die er auf Englisch verfasste, untersuchte er das Verhalten von männlichen Gartenrotschwänzen. Dazu beobachtete der 20-Jährige diese Vögel in Gemeinden im Unterbaselbiet. «Der Gartenrotschwanz ist eine gefährdete Art, aber in der Region Basel hat es noch einen Bestand», erklärt Moser. Er habe sich schon lange für Vögel interessiert. Deshalb sei es auch klar gewesen, dass er sich in seiner Maturarbeit damit auseinandersetzen werde. Momentan befindet sich Moser im Zivildienst — passenderweise in einer Vogelwarte. «Danach werde ich wohl etwas in Richtung Biologie studieren.» Zuerst kann er sich aber an seinem Sonderpreis erfreuen: Die Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT), welche den Preis vergibt, ermöglicht ihm ein Forschungspraktikum am Centre Suisse de Recherches Scientifiques in Abidjan (Elfenbeinküste).

In seiner Maturarbeit mit dem Titel «Technology Goes Offroad» beschreibt Markus Grimm aus Schönenbuch die Eigenschaften eines Roboters zur Fortbewegung in schwierigem Gelände. Diesen Roboter hat er gleich selbst entworfen, hergestellt und gebaut. «Ich habe einen 3-D-Drucker zu Hause, so konnte ich die Einzelteile selbst ausdrucken», erklärt der 20-Jährige. Er habe schon lange ein Flair fürs Technische und wolle sich das zum Beruf machen. «Ich möchte Maschinenbauingenieur studieren an der Fachhochschule.» Zuvor ist Grimm jedoch im Zivildienst. Sein Offroad-Roboter empfehle sich dort zum Einsatz, wo es für den Menschen zu eng oder zu gefährlich werde, erklärt der junge Erfinder, der bis im vergangenen Dezember das Gymnasium Oberwil besuchte. «Das Einsatzziel ist zum Beispiel in Erdbebengebieten, wie aktuell in Nepal, oder bei einer Atomkatastrophe. Dabei könnte man Messgeräte oder Kameras am Roboter anbringen.»

3-D-Printer

In seiner Maturarbeit mit dem Titel «Technology Goes Offroad» beschreibt Markus Grimm aus Schönenbuch die Eigenschaften eines Roboters zur Fortbewegung in schwierigem Gelände. Diesen Roboter hat er gleich selbst entworfen, hergestellt und gebaut. «Ich habe einen 3-D-Drucker zu Hause, so konnte ich die Einzelteile selbst ausdrucken», erklärt der 20-Jährige. Er habe schon lange ein Flair fürs Technische und wolle sich das zum Beruf machen. «Ich möchte Maschinenbauingenieur studieren an der Fachhochschule.» Zuvor ist Grimm jedoch im Zivildienst. Sein Offroad-Roboter empfehle sich dort zum Einsatz, wo es für den Menschen zu eng oder zu gefährlich werde, erklärt der junge Erfinder, der bis im vergangenen Dezember das Gymnasium Oberwil besuchte. «Das Einsatzziel ist zum Beispiel in Erdbebengebieten, wie aktuell in Nepal, oder bei einer Atomkatastrophe. Dabei könnte man Messgeräte oder Kameras am Roboter anbringen.»