Der Fall Rakitic: In Möhlin, für seine restriktive Einbürgerungspraxis landesweit bekannt, wollte Vater Luka 2008 Schweizer werden – zu einem denkbar ungünstigen Moment: Wenige Monate zuvor entschied sich Sohn Ivan, für die kroatische Nationalmannschaft zu spielen. Dies, obwohl er zuvor die Captain-Binde der Schweizer Junioren-Nati getragen hatte. Riesig war in Möhlin die Enttäuschung über die «Fahnenflucht» Ivans, der hier die Schulen besucht und auf den Rasenplätzen das Fussballspielen erlernt hatte. Die Möhliner Einbürgerungskommission empfahl Luka Rakitic, angesichts der Empörung das Gesuch zurückzuziehen. Ausserdem monierte sie seine mangelnden Deutschkenntnisse. Luka Rakitic hat seither keinen Anlauf mehr genommen, sich einbürgern zu lassen. Sohn Ivan, der aktuell neben Messi und Neymar beim FC Barcelona spielt, wurde wie Bruder Dejan und Schwester Nikol bereits zuvor Schweizer. Die Rakitics leben seit 1986 in Möhlin, Luka führt dort ein Gipsergeschäft mit zehn Angestellten.

Der Fall Aebi: Heinz Aebi beantragte 1998 für sich und seine Familie das Bürgerrecht von Nenzlingen, wo er seit 1973 lebte und seit 1988 Gemeindepräsident war. Baselland und die Bürgergemeinden hatten zum 150-Jahr-Jubiläum des Bundesstaates die Einwohner mit kantonsfremden Heimatorten zur Einbürgerung aufgerufen. Aebi war damals im bernischen Heimiswil heimatberechtigt. Doch die Bürger verweigerten ihm im Juni 2000 die Einbürgerung. Was Ausländern oft widerfährt, traf nun den Gemeindepräsidenten, SP-Landrat und ehemaligen Dorfschullehrer. Die Burger warfen Aebi vor, er habe sich bei der Vergabe von Jagdpachten illoyal verhalten. Aebi wehrte sich mit einer Beschwerde an die Baselbieter Regierung, die ihm Recht gab. Nach langem juristischen Hickhack trat das Kantonsgericht im Juli 2003 auf die Beschwerde eines Burgers nicht ein. Endlich war Aebi eingebürgert.