Flugtage

Dittinger wehren sich gegen Flugzeuge über dem Siedlungsgebiet

Flugzeuge über Dittingen sorgen für Kritik

Flugzeuge über Dittingen sorgen für Kritik

180 Einwohner fordern mit einer Petition, dass die Flugsperrzone über Dittingen eingehalten wird – das Bundesamt für Zivilluftfahrt winkt ab.

In einem Punkt sind sich die verschiedenen Parteien in der Laufentaler Ortschaft Dittingen einig: Einen Unfall wie an den letzten Flugtagen vor zwei Jahren, bei dem ein Pilot sein Leben verloren hat, will man nie mehr erleben.

Am Flugmeeting von Dittingen kam es zu einem schweren Unglück

Am Flugmeeting von Dittingen kam es zu einem schweren Unglück

Zwei Leichtflugzeuge kollidierten, ein Pilot starb, ein zweiter konnte sich retten.

Bei den Massnahmen, um die Sicherheit während der nächsten Ausgabe im August 2018 zu erhöhen, gehen die Meinungen aber auseinander. Nach dem tödlichen Absturz gründete die Segelfluggruppe Dittingen eine Begleitgruppe. Diese erarbeitete für die Flugtage neue Vorführachsen, die in Zukunft dafür sorgen, dass über dem Dorf keine Flug-Akrobatik mehr stattfindet. Der Gemeinderat von Dittingen hat den Vorschlag der Begleitgruppe geprüft und gutgeheissen.

180 Dittingerinnen und Dittingern geht dies zu wenig weit. Mit einer Petition fordern sie, dass die Flugsperrzone über dem Siedlungsgebiet, die beim normalen Flugbetrieb in Dittingen gilt, auch während der Flugtage eingehalten wird. So dürften auch die Starts und die Landungen nicht über dem Dorf geschehen. Die Flugsperrzone ist in einem Baurechtsvertrag zwischen der Burgerkorporation Dittingen und der Segelfluggruppe Dittingen festgehalten. «Wir erwarten, dass der Gemeinderat im Bewusstsein seiner Verantwortung für die Dorfbevölkerung künftig keine Ausnahmebewilligung mehr erteilt», heisst es in der Petition, die Ende Mai dem Dittinger Gemeinderat übergeben wurde.

Vor wenigen Tagen haben die Petitionäre ein Antwortschreiben vom Gemeinderat erhalten. Darin erklärt Vizepräsident Eduard Jermann, dass die von den 180 Dittingern verlangte Anpassung der Linienführung letztlich sogar zu einem erhöhten Risiko für die Piloten und für das Publikum führen würde. «Im normalen Flugbetrieb der Segelfluggruppe Dittingen wird von den Motorflugzeugen ein Verfahren mit einer S-Kurve direkt vor der Landung angewendet. Die vereinseigenen Piloten haben mit vielen Landungen die Möglichkeit, diesen Anflug zu trainieren und diese Fähigkeit aufrecht zu erhalten», heisst es in dem Schreiben. Bei den Piloten, die nur während der Flugtage im Laufental weilen, sei dies aber nicht der Fall, weshalb sich das Risiko erhöhe.

Die Urheber der Petition sind mit den Antworten des Gemeinderats nicht zufrieden. «Aus dem Schreiben geht nicht hervor, was der Gemeinderat vorhat», ärgert sich Margrit Jermann, die gemeinsam mit Charlotte Bickel in Dittingen von Tür zu Tür gegangen ist, um Unterschriften zu sammeln. «Der Gemeinderat scheint die Verantwortung auf das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) abschieben zu wollen», sagt sie. Tatsächlich schreibt der Gemeinderat am Schluss seiner Antwort: «Damit auf die weiteren Forderungen der Petitionäre eingegangen werden kann, werden diese an die zuständige Stelle des Bazl zur Kenntnisnahme und Stellungnahme weitergeleitet.»

Petitionärin kündigt Initiative an

Nicole Räz, Mitarbeiterin Kommunikation beim Bazl, teilt mit, dass man bisher noch kein Schreiben vom Dittinger Gemeinderat erhalten habe. Sie stellt jedoch klar, dass eine Einhaltung der Flugsperrzone während der Flugtage nicht möglich sei. Dies, da am Riesenanlass grössere und schnellere Flugzeuge fliegen als sonst.

«Diese können den Flugweg, den normalerweise nur die Schleppmaschinen in Dittingen fliegen, nicht einhalten.» Die Ausnahmebewilligung, die Flugsperrzone aufzuheben, sei in den letzten Jahren immer durch das Bazl erteilt worden – jeweils nach Konsultation mit dem Gemeinderat.

Petitionärin Margrit Jermann kündigt indes einen nächsten Schritt an, falls sie mit ihrem Anliegen keinen Erfolg haben sollte: «Dann lancieren wir eine Initiative, damit die Dittinger an der Urne entscheiden können, ob die Flugsperrzone eingehalten wird.»

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