Landrat Baselland

Doch bis Olten? Die Regierung muss die Ausweitung des U-Abos noch einmal prüfen

Das Läufelfingerli über die Aare nach Olten; das U-Abo zählt aber nur bis Läufelfingen. (Archivbild)

Das Läufelfingerli über die Aare nach Olten; das U-Abo zählt aber nur bis Läufelfingen. (Archivbild)

Die Verlängerung des U-Abos nach Olten bleibt auf dem Tapet. Die SP fordert einen Probebetrieb.

Eineinhalb Stunden lang diskutierte der Landrat am gestrigen Nachmittag über das Läufelfingerli. Gleich sieben Traktanden handelten von einer Attraktivitätssteigerung des Zuges. Sechs Geschäfte schrieb das Parlament ab. Ein Postulat schickten die Landräte jedoch zurück an die Regierung.

Im November 2017 hatte sich das Stimmvolk für einen Erhalt des Läufelfingerli ausgesprochen. Nach der Abstimmung reichten diverse Parlamentarier Vorstösse für eine Steigerung der Attraktivität des Regionalzuges S9 zwischen Sissach und Olten ein. Die Verkehrsplaner blieben daraufhin nicht untätig. Durch eine Anpassung der Busfahrten und einer Taktdrehung des Läufelfingerli am Nachmittag nahmen die Fahrgastzahlen zu. Die Mehrheit des Parlaments entschied deshalb, sechs von sieben Vorstössen zur S9 abzuschreiben.

Heute gilt das U-Abo lediglich bis Läufelfingen

Gegen eine Abschreibung votierte der Landrat bei einem Postulat von Susanne Strub. Die SVP-Landrätin verlangte von der Regierung, eine Ausweitung des U-Abos auf der Läufelfingerli-Strecke nach Olten zu prüfen. Heute gilt das U-Abo dort nur bis Läufelfingen. Nach Trimbach oder Olten benötigt man ein zusätzliches Billett.

Die Antwort der Regierung auf das Postulat stellte den Landrat nicht zufrieden. Mit 48 zu 32 Stimmen bei fünf Enthaltungen entschied er, das Postulat stehen zu lassen. Die Regierung muss innerhalb eines Jahres nochmals Stellung beziehen. Die SP erklärte in einer Mitteilung, dass Landrätin Sandra Strüby mit einem Vorstoss einen Probebetrieb für zwei Jahre fordern werde. Von vielen Landräten wurde moniert, dass man keinen Willen spüre, der Ausweitung eine Chance zu geben.

Die neuen Prüfungen würden «sehr wahrscheinlich zum gleichen Resultat kommen wie zuletzt», erklärt die Baselbieter ÖV-Verantwortliche Eva Juhasz auf Anfrage. «Eine Ausweitung des U-Abos nur auf dieser Linie ist systemfremd. Wenn, dann müsste es auch der S3 von Tecknau nach Olten gelten. Aber eine derartige Ausweitung würde Millionen kosten.»

Es ist fraglich, ob sich die Landräte mit einer solchen Antwort zufrieden geben werden.

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