Baselbieter Politik

Dominik Straumann und Thomas Weber wollen in die Baselbieter Regierung

SVP-Fraktionspräsident Dominik Straumann.

SVP-Fraktionspräsident Dominik Straumann.

Im März ist der Sitz von Adrian Ballmer in der Baselbieter Regierung zu besetzen. Dominik Straumann und Thomas Weber sind die ersten SVP-Kandidaten. Damit waren sie schneller als der zögernde Favorit Thomas de Courten. Beide Kandidaten sehen sich als Brückenbauer.

Erst wenn die Ersatzwahl vom 3. März um den frei werdenden Sitz in der Baselbieter Regierung vorbei ist, wird sich zeigen, welches Sprichwort zutrifft: «Der frühe Vogel fängt den Wurm» oder «Die Letzten werden die Ersten sein». Thomas Weber und Dominik Straumann hoffen auf Ersteres. Gegenüber der bz bestätigen die beiden Landräte, mit dem Segen ihrer Ortssektionen bereits die Kandidatur bei der SVP Baselland eingereicht zu haben. Damit sind sie die Ersten – und somit schneller als etwa Nationalrat Thomas de Courten, der bisher als Favorit gehandelt wurde, aber immer noch zögert.

Politische Erfahrung als Trumpf

«Die Zeit ist reif. Mein Rucksack ist voll», sagt Weber. Der 51-jährige Bauingenieur aus Buus möchte nicht bis zum ordentlichen Legislaturwechsel 2015 warten, sondern schon Mitte nächsten Jahres den Platz von FDP-Urgestein Adrian Ballmer einnehmen. In die Waagschale wirft der aktuelle SVP-Vizepräsident sein politisches Engagement bei der Schweizerischen Volkspartei seit Mitte der Achtziger – vor allem seine Zeit als Präsident der Kantonalpartei 2004 und als Wahlkampfleiter der letzten beiden National- und Ständeratswahlen. «Ich bin mitten in der SVP», sagt Weber nicht ohne Stolz.

Dieses Etikett heftet sich auch Straumann an. Der Polizist aus Muttenz ist zwar erst 37 Jahre alt, sitzt aber bereits fast zehn Jahre im Baselbieter Parlament, seit 2011 als Fraktionspräsident. Dazu betont er seine Erfahrungen auf der Gemeindeebene, auch wenn er dort den Sprung in die Exekutive 2008 verpasste. «Es braucht nun bodenständige Leute in der Regierung, die bereit sind, Lösungen zu finden und Kompromisse einzugehen.» Mit diesem Satz bringt sich Straumann endgültig in Position. Bei Weber heisst das dann: «Ich bin konsensfähig und polarisiere nicht» oder «Brücken baue ich nicht nur beruflich.»

SVP drängt auf Einer-Kandidatur

Beide wissen nämlich, dass nur ein gemässigter SVP-Kandidat auch auf die Unterstützung von FDP und CVP zählen kann – und am 3. März Chancen beim Baselbieter Stimmvolk hat, sich gegen einen SP-Vertreter wie Nationalrat Eric Nussbaumer durchzusetzen. Gleichzeitig erhöhen Weber und Straumann den Druck auf die anderen bürgerlichen Parteien: «Es wäre eine fatale Strategie, mit zwei Kandidaten gegen die SP anzutreten. Das spaltet die Kräfte», so Weber. Und tatsächlich hätte zumindest CVP-Präsidentin Sabrina Mohn nichts einzuwenden, wenn am Ende Weber oder Straumann als Sieger aus der SVP-internen Kandidatenkür vom 17. Januar hervorkämen.

Weitere Kandidaten werden folgen

Eine Schlammschlacht wie nach dem Abgang von alt Parteipräsident Dieter Spiess wird es dann nicht geben. «Ich werde nicht ‹ellböglen›», sagt Straumann. Weber kommentiert die interne Ausmarchung etwas kreativer: «Wir sind wie Schwinger, während des Kampfes zwar Rivalen, aber am Ende wischen wir uns den Sand vom Rücken und bleiben Kollegen.» Dass sich bis zur Frist vom 4. Januar noch weitere Kandidaten melden werden, steht dabei ausser Frage. Weber rechnet mit de Courten, Landrätin Sandra Sollberger und dem Oberwiler Gemeinderat und ehemaligen Landratspräsidenten Hanspeter Ryser.

Überhaupt ist der Fahrplan äusserst eng gesteckt. Weber: «Das wird ein sehr harter Wahlkampf und eine Herausforderung, mich schnell bekannter zu machen.» Sein Augenmerk liegt dabei vor allem auf der Agglomeration. Straumann dagegen betont seine Nähe zum einfachen Bürger – und kann sich eine kleine Spitze gegen de Courten nicht verkneifen: «Ich mag politisch nicht so bekannt wie ein Nationalrat sein, aber die ‹normalen Leute› kennen mich durch mein gesellschaftliches Engagement.»

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