Alter

Doppelt so viele Hochbetagte im Baselbiet bis 2045

Bis 2045 soll es im Baselbiet doppelt so viele Hochbetagte wie heute geben (Symbolbild).

Bis 2045 soll es im Baselbiet doppelt so viele Hochbetagte wie heute geben (Symbolbild).

Neue Prognosen zwingen die Gemeinden zum Handeln. Erste Vorschläge liegen nun vor.

Das Baselbiet muss sich auf einiges vorbereiten: Bis 2045 ist mit einer Verdoppelung der Hochbetagten, Personen über 80 Jahre, zu rechnen. Das zumindest zeigen die neusten Prognosen des Statistischen Amts Baselland. Bereits jetzt hat der Kanton einen überdurchschnittlich hohen Anteil an betagten Personen. 2050 wird der Anteil an Hochbetagten ganze 12,8 Prozent betragen. Zum Vergleich: 1980 lag der Anteil noch bei 2 Prozent.

Der Anteil Erwerbsfähiger sinkt um 7 Prozent

Ein Grund dafür ist die stetig steigende Lebenserwartung, bei Frauen steigt diese von 86 auf 90 Jahre, bei Männern von 82 auf 87 Jahre. Daraus folgt eine Verschiebung in der Gesamtbevölkerung: Der Anteil der erwerbstätigen Personen, der 20- bis 64-jährigen, wird von 59 auf 52 Prozent sinken, während der Anteil von nicht erwerbsfähigen Personen (über 65-jährig) weiter ansteigt. Nur im Tessin gibt es eine noch grössere Divergenz zwischen den beiden Personengruppen.

Ein weiterer Grund für die Zunahme besteht darin, dass die grösste Altersklasse im Jahr 2018 die 50- bis 54-Jährigen waren, welche im Prognosejahr 2050 bereits 84 Jahre alt sein werden.

Babyboom und Stadt-Flucht gelten als Auslöser

Historisch wird die überdurchschnittlich starke Überalterung im Baselland mit dem Baselbieter Babyboom von 1966 erklärt, der zu einem sprunghaften Bevölkerungswachstum führte. Durch die damalige Stadt-Flucht wurde diese Entwicklung noch verstärkt. Wirtschaftskrisen und die Einführung von hormonellen Verhütungsmitteln beendeten die Welle jedoch rasch wieder.

Aufgrund ebensolcher Prognosen verpflichtete der Landrat die Baselbieter Gemeinden, sich bis Anfang Januar 2021 zu Versorgungsregionen zusammenzuschliessen, um künftig den Bedarf an stationären Pflegebetten zu planen und die Versorgung zu garantieren.

Mögliche Versorgungsregionen

Nun hat das Statistische Amt einen ersten Vorschlag für mögliche Versorgungsregionen veröffentlicht. Dabei wird in acht Regionen unterteilt: Rheintal, Birseck, Leimental, Laufental, Liestal Region, Waldenburgtal, Oberbaselbiet und ABS (Allschwil, Binningen und Schönenbuch). Diese acht Regionen setzen sich aus unterschiedlich vielen Gemeinden zusammen.

Die Altersstruktur ist in den Regionen teilweise sehr unterschiedlich. So wohnen im Laufental nur 18 Prozent betagte Personen, wodurch das Durchschnittsalter bei 43 Jahren liegt. Im Gegensatz dazu hat die Region Birseck mit 24 Prozent die meisten betagten Einwohner. Hochbetagte leben mit 7,5 Prozent am meisten in der ABS-Region, knapp gefolgt von Region Birseck mit 7,4 Prozent. Jede Versorgungsregion muss also mit den eigenen Voraussetzungen arbeiten. Bis zum 1. Januar 2021 haben die Gemeinden nun Zeit, sich zusammenzuschliessen. Die hypothetische Zusammenstellung der Versorgungsregionen ist eine Art Hilfestellung des Statistischen Amts für die künftige Planung der Gemeinden. Die Namen wie auch die Zusammenstellung werden schliesslich von den Gemeinden festgelegt. Falls sie sich jedoch nicht einigen können, entscheidet der Regierungsrat.

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