Das Flüchtlingsdrama im Nahen Osten macht nicht vor Europas Haustür halt. Die Situation auf dem Balkan ist mittlerweile dramatisch. Auch in der Schweiz wird die Zahl der Flüchtlinge aus Syrien wohl anschwellen. Der Kanton Solothurn will dafür gewappnet sein, bevor es zu spät ist. Darum hat er bei seinen Gemeinden Anfragen deponiert, um zusätzliche Plätze für ein kantonales Durchgangszentrum bereitstellen zu können.

Claudia Hänzi, die Chefin des Amts für Soziale Sicherheit des Kantons, ersucht in einer schriftlichen Anfrage an Dornachs Gemeindepräsident Christian Schlatter (Freie Wähler) um eine Unterkunft für 80 bis 100 Personen für mindestens ein Jahr. Konkret lässt sie anfragen, ob dafür die Dornacher Zivilschutzanlage geeignet wäre.

«Der Betrieb wird selbstverständlich von Fachpersonal in einem 7-mal-24-Stunden-Setting sichergestellt», schreibt sie. Auch die Kosten würde der Kanton übernehmen. Der Vorteil für Dornach: Die Hälfte der so zur Verfügung gestellten Plätze würde dem Kontingent angerechnet, das die Gemeinde für Flüchtlinge zur Verfügung stellen muss.

Nur: Die Zivilschutzanlage bei der Sportanlage Gigersloch ist dafür kaum geeignet. «Der Chef des Zivilschutzes hat mir erklärt, dass die Anlage diverse Mängel aufweist», erklärte Präsident Schlatter dem Gemeinderat am Montag. So verfügt sie nur über eine Dusche und vier Toiletten, die nicht nach Geschlechtern getrennt sind. Weiter sei die Küche nicht sehr geeignet, und die klimatischen Bedingungen mit 18 Grad eher im unteren Bereich der Wohlfühlzone.

In den Weiden bevorzugt

Gemeindepräsident Schlatter brachte daher die Möglichkeit ins Spiel, Platz für eine Containersiedlung zur Verfügung zu stellen. Diese Idee stiess innerhalb des Rats auf viel Wohlwollen. Praktischerweise verfügt die Gemeinde in den Weiden auch über ein geeignetes Grundstück, wo die Containersiedlung aufgestellt werden könnte. «Das müsste aber der Kanton finanzieren. Das wäre auch angemessen, wenn wir schon Bereitschaft zeigen», hielt Daniel Urech (Freie Wähler) in seinem Votum fest.

Dass der Kanton aber nicht selbst schon in Erfahrung gebracht hätte, dass sich seine Zivilschutzanlage in Dornach nicht sehr gut als Asylunterkunft eignet, fanden Vertreter von CVP und FDP «bedenklich». Im Grundsatz war sich aber die Mehrheit des Gemeinderats einig, dass man dem Kanton Hand bieten möchte – am besten mit einer Containersiedlung in den Weiden. Demgegenüber könnte die Unterbringung von Flüchtlingen beim Gigersloch, neben einem Spielplatz und mitten im Wohnquartier, eine Kontroverse im Dorf auslösen. Allerdings: Eine vergleichbare Ausgangslage führte in der Nachbargemeinde Arlesheim noch zu keinen Reklamationen.