Verkehr

Drei Jahre nach der Eröffnung ist die A22 schon untauglich

Hier muss die Einfahrt nach dem Hülften-Kreisel in Richtung Liestal verlängert werden.

Hier muss die Einfahrt nach dem Hülften-Kreisel in Richtung Liestal verlängert werden.

Auf der neuen Umfahrungsstrasse muss der Kanton bereits eine Einfahrt korrigieren. Zu Hauptverkehrszeiten bildet sich zwischen dem Hülften-Kreisel und dem Schönthal-Tunnel regelmässig Stau.

Meister, die Arbeit ist fertig, kann ich sie gleich flicken? So krass ist es zwar nicht. Dennoch mutet es seltsam an, dass gut drei Jahre nach der Eröffnung der A 22 bereits bauliche Massnahmen notwendig sind. Zwischen dem Hülften-Kreisel und dem Schönthal-Tunnel in Fahrtrichtung Liestal muss die Einfahrspur um 100 Meter verlängert werden.

«Situation optimieren»

«Damit wollen wir die Verkehrssituation entschärfen», begründet Björn Meyer, der als Teilprojektleiter fürs Baselbieter Tiefbauamt arbeitet. Von einer falsch eingeschätzten Situation beim Bau der Strasse oder gar einer Fehlplanung will er nicht reden. Meyer hält den Ball flach: Es funktioniere ja auch jetzt, es gebe keinen Dauerstau und auch nicht jeden Tag einen Unfall. «Die Normen sind beim damaligen Bau eingehalten worden.» Von einer Fehlplanung will auch Dieter Leutwyler, der Sprecher der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD), nichts wissen. «Die A 22 ist fertiggebaut worden, nun optimieren wir die Situation», betont er.

Tatsache ist: Bei Hauptverkehrszeiten stauen sich die Autos zwischen dem Anschluss Pratteln und dem Schönthal-Tunnel regelmässig. Björn Meyer vermutet: «Wenn Fahrzeuglenker in den Tunnel fahren, verlangsamen sie automatisch und verursachen dann einen Rückstau.» Mit der verlängerten Einspurstrecke soll der Verkehr von Pratteln her künftig flüssiger laufen. «Dann muss man nicht direkt in der Kurve, sondern kann auf einer geraden Strecke einfädeln», erklärt Meyer.

Schon kurz nach der Eröffnung der A 22 sind gemäss dem Teilprojektleiter die verschiedenen Situationen unter die Lupe genommen worden. Man habe die Staus, die Einfahrten beobachtet und sei zum Schluss gekommen, nun diese Korrektur vorzunehmen.

Um die Einfahrspur zu verlängern, muss der Hang gleich neben der Strasse abgetragen und die Stützmauer mit Steinelementen ergänzt werden. Die Baustellen-Signalisation ist angebracht worden. Die Einfahrstrecke wurde eingekürzt, die Baustelle mit Betonelementen abgesperrt. Björn Meyer glaubt nicht, dass es deswegen zu prekären Verkehrssituationen kommt. «Dies zeigen Erfahrungen mit anderen Baustellen. Wir haben alles mit der Polizei und den Verkehrsfachleuten des Tiefbauamts abgeklärt und entsprechend umgesetzt.» Vorläufig müssen die Bauarbeiten aber noch warten, weil es zu kalt ist. Sie sollen bis Ende März abgeschlossen sein, je nach Wetter könnten sie auch länger dauern.

1,2 Millionen Franken

Die ganzen baulichen Massnahmen verschlingen rund 1,2 Millionen Franken. Der Betrag wurde im Fonds für die Hochleistungsstrasse Pratteln-Liestal zurückgestellt, da er nicht voll ausgeschöpft worden war. Die definitive Abrechnung der A 22 liegt laut BUD-Sprecher Dieter Leutwyler derzeit beim Bundesamt für Strassen. Sie dürfte im Frühling veröffentlicht werden.

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