Münchenstein

Dreispitz-Bahn macht neuer Velo- und Fussgänger-Achse Platz

Das Dreispitz-Areal. (Archiv)

Das Dreispitz-Areal. (Archiv)

Die Transformation des Dreispitz-Areals nimmt nach einem Jahr Denkpause wieder Fahrt auf: Die immer weniger genutzte Areal-Güterbahn soll einer neuen Achse für den Langsamverkehr weichen, und ein Wirtschafts-Park-Arealteil soll ohne Wohnungen bleiben

Vor einem Jahr beschloss die Christoph Merian Stiftung (CMS), bei der Planung ihres Dreispitz-Areals einen Marschhalt einzulegen. Denn sie war zum Schluss gekommen, dass es keinen Sinn mehr mache, mit den Kantonen Basel-Stadt, Baselland und der Gemeinde Münchenstein für das ganze Areal verbindliche Planungsgrundsätze zu erarbeiten. Es drohte ein Bürokratiemonster, und die über hundert Baurechtnehmer auf dem Dreispitz, hauptsächlich Gewerbetreibende, fühlten sich übergangen.

Während diesem «Time Out», so CMS-Präsident Lukas Faesch, hat die Stiftung die Entwicklungsperspektiven neu ausgerichtet. «Wir haben ein Jahr lang viele Gespräche geführt, vor allem mit den Baurechtnehmern», sagte
Faesch gestern vor den Medien. Die wichtigste Erkenntnis daraus lautet «Transformation durch Kooperation». Nicht mehr nur die öffentliche Hand, sondern auch die Bauberechtigten will die CMS in die Planung einbinden. Auf einen umfassenden Entwicklungsplan verzichtet sie. Ihr Ziel, mit Verdichtung und Durchmischung ein neues Stadtquartier wachsen zu lassen, bleibt dasselbe. Die Entwicklung soll aber neu etappiert und kleinräumig erfolgen. «Nur wenn die Transformation für alle gewinnbringend ist, kann sie gelingen», ist Faesch überzeugt. Die beiden Kantone und die Gemeinde Münchenstein begrüssen ausdrücklich die Hinwendung der CMS hin zu einer Entwicklung von unten.

Auf absehbare Zeit will die Stiftung drei Entwicklungsschwerpunkte setzen. Im Nordteil auf Basler Boden sollen das Gundeli und der Dreispitz ineinander übergehen. Dort, wo jetzt die Migros Verkaufsflächen mit Parkplätzen betreibt, könnten eines Tages Wohnen und Bildung möglich werden, so die Idee. Derzeit wird das Potenzial dafür ausgelotet.

Vorläufig kein Tram

Durch das ganze Areal, vom Nordwesten zur Ostseite und weiter zum Südwesten, soll der «Gleisbogen» führen, eine Route für den Langsamverkehr, die zudem ein öffentlicher, gestalteter Raum mit Begegnungszonen sein soll. Auf das ursprünglich geplante Tram durchs Dreispitz will die CMS vorläufig verzichten, weil die Erschliessung mit dem öffentliche Verkehr bereits gut ausgebaut ist. Und einen Eisenbahnanschluss braucht der Dreispitz nicht mehr. Die Schienen werden herausgerissen, bis auf diejenigen zum Migros-Verteilzentrum im Süden.

Schliesslich ist im Gebiet, das entlang der westlichen Flanke des Areals vom Leimgrubenweg bis zur Südspitze reicht, ein «Wirtschaftspark Dreispitz» vorgesehen. Unter anderem sind dort die Flächen brach, die Arfa und Debrunner Acifer neulich verlassen haben. Dieser Teil des Dreispitzes soll Gewerbe und Industrie vorbehalten sein – was einem Wunsch der bereits ansässigen Firmen entspricht. Sie befürchten bei zuviel Durchmischung Konflikte mit den Anwohnern. «Die CMS hat erkannt, dass Raumentwicklung immer auch Wirtschaftsentwicklung ist», freute sich gestern der stellvertretende Handelskammer-Direktor Martin Dätwyler.

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