Festtage

Drive-In-Weihnacht und Online-Gottesdienst: Regionale Kirchgemeinden mussten kreativ werden

Diverse Kirchgemeinden setzen auf Online-Gottesdienste. (Symbolbild)

Diverse Kirchgemeinden setzen auf Online-Gottesdienste. (Symbolbild)

Gottesdienste gehören zu den einzigen Veranstaltungen, bei denen während der Weihnachtszeit noch 50 Besucherinnen und Besucher zugelassen sind. Doch in vielen Gemeinden werden die Weihnachtsmessen von weitaus mehr Menschen besucht. Für die Festtage mussten deshalb Lösungen her.

50 Personen dürfen während der Festtage Gottesdienste besuchen. Das hört sich nach viel an, ist es aber nicht. Denn in vielen Kirchgemeinden werden die Weihnachtsgottesdienste von weitaus mehr Personen besucht. Von den Kirchgemeinden und Pfarreien war dieses Jahr deshalb Kreativität gefragt – und diese haben sie bewiesen. Seien es Online- und Telefon-Gottesdienste oder Krippen- und Weihnachtswege – in den beiden Basel werden dieses Jahr diverse neue Varianten des klassischen Weihnachtsgottesdiensts angeboten.

In vielen Gemeinden finde zwar noch immer ein klassischer Weihnachtsgottesdienst statt, wie Dominik Prétôt von der Römisch-katholischen Kirche Baselland sagt. Anmeldungen im Voraus seien jedoch wichtig – denn würde die 50er-Grenze überschritten, müssten Leute abgewiesen werden. In kleineren Kirchen sind ausserdem keine 50 Personen zugelassen, wenn der Abstand nicht gewährleistet werden kann.

An diversen Orten wird das Angebot jedoch ergänzt oder umgestellt. «In Therwil haben die katholische und die reformierte Kirche zusammengespannt», nennt Prétôt ein Beispiel. Im Halbstundentakt findet abwechselnd ein Gottesdienst statt, zwischen den jeweiligen Feiern werden die Räume desinfiziert. Auch Outdoor-Angebote wie Krippen- oder Weihnachtswege sind beliebt: Diese gibt es unter anderem in Liestal, Arlesheim oder Münchenstein. «Eine Art Drive-in-Weihnacht», so Prétôt. In Binningen und Bottmingen pilgert man mit der Krippe zu drei verschiedenen Schulhäusern.

Auch per Telefon kann man mithören

Für diejenigen, die das Haus nicht verlassen wollen oder können, haben viele Kirchgemeinden auf ein Online-Angebot umgestellt oder den Gottesdienst durch einen Online-Stream ergänzt – so beispielsweise Röschenz, Oberwil oder Birsfelden. In Muttenz wurde ein Audio-Stream vorbereitet, bei dem sich auch Menschen, die weniger online-affin sind, per Telefon zum Gottesdienst schalten und diesen live mithören können.

«Man hat aus der Not eine Tugend gemacht», fasst Prétôt zusammen. Er denke, dass die neuen Angebote auch Menschen anziehen könnten, die einen klassischen Gottesdienst normalerweise nicht besuchen würden. «Es ist dieses Jahr niederschwelliger und besonders offener.» Auch könnte es sein, dass gewisse Veranstaltungen mittel- bis langfristig beibehalten werden.

Gottesdienste bis zu viermal täglich

Auch in der Stadt musste umgedacht werden: Das Münster wird am 24. Dezember in anderen Jahren von mehr als tausend Personen besucht. Dieses Jahr gibt es anstelle der Weihnachtsgottesdienste vor Ort die «Wiehnacht uff dr Gass», bei der die Weihnachtsgeschichte über mehrere Stationen im Münster und Kreuzgang verteilt erzählt wird. Die Besucher werden dabei in Intervallen und nur auf Anmeldung zu den Stationen gelassen. Auch hier wird ein Online-Gottesdienst angeboten.

Die Römisch-katholische Kirche Basel-Stadt führt trotz Corona-Massnahmen rund 40 Gottesdienste durch – in gewissen Pfarreien werden sie bis zu viermal täglich wiederholt. In der Innenstadt gibt es zudem einen Krippenweg. Wer es in der Stadt lieber online mag: Auch hier werden Gottesdienste des Bischofs live im Internet übertragen. Auf der Website der römisch-katholischen Kirche sind ausserdem Impulse für das Feiern zu Hause zu finden. 

Meistgesehen

Artboard 1