Die Confiseurin im «Donnschtig-Jass»

Silvia Aebischer ist die Jass-Königin von Frenkendorf und wird ihre Gemeinde beim «Donnschtig-Jass» des Schweizer Fernsehen SRF vertreten. Aebischer jasst schon seit ihrer Kindheit. Vor allem mit ihrem Vater hat sie viel gespielt und gelernt, wie man sticht, Trümpfe zieht und die guten Karten richtig einsetzt, um die Runde zu gewinnen.

Vor dem Ausscheidungsturnier hätte sie nie daran gedacht, dass sie als Königin den Saal im Frenkendörfer Restaurant «zum Wilden Mann» verlassen würde. «Eigentlich wollte ich gar nicht gewinnen. Mein Ehemann und ich haben uns nur angemeldet, um mitzuspielen», sagt sie zur Teilnahme am Ausscheidungsturnier. Sie fügt hinzu, dass wahrscheinlich ihre Unbekümmertheit zum Erfolg geführt habe.

Während Silvia Aebischer mit 81 Punkten zur Königin der Frenkendörfer Jasser erkoren wurde, hat ihr Mann den letzten Platz belegt. «Jassen hat viel mit Glück zu tun. Man kann in einer Runde die Ansage genau treffen, und in der nächsten alles wieder verspielen», sagt Silvia Aebischer. Das grösste Plus beim Jassen ist für sie die Geselligkeit, da man sich sehr gut dabei austauschen und Freundschaften pflegen kann.

Bis zum Aufstieg zur Jass-Königin habe sie jedoch nur sporadisch gespielt und ohne grosse Ambitionen. Jedoch hat sie sich seither regelmässig zum Jassen getroffen, um zu trainieren und für den entscheidenden Tag bereit zu sein. «Doch schliesslich entscheidet eher das Glück der Karten, als die ausgeklügelte Taktik der Spieler», meint sie zum Spiel vom Donnerstag.

Seit 27 Jahren führt die Mutter von drei Kindern mit ihrem Ehemann die Confiserie Aebischer in der Liestaler Rathausstrasse. Sie findet es schade, dass die Jasskultur schwindet, da es doch ein traditionsreiches Spiel in der Schweiz ist, das erhalten bleiben sollte.

Der König der Arlesheimer Jasser

Valentin König trägt nicht nur den Adelstitel in seinem Namen, sondern ist jetzt auch der Höchste unter den Adeligen, was das Jassen in Arlesheim betrifft. Der Familienvater von zwei Kindern – eine Tochter und einen Sohn – hat sich gegen die 32 besten Arlesheimer Jass-Cracks im Haus für Kultur und Begegnung durchgesetzt. Er und vier Mitstreiter treten nun gegen Frenkendorf in Uznach St. Gallen an, mit dem Ziel, die beliebte SRF-Fernseh-Spiel-Sendung «Donnschtig-Jass» nach Arlesheim holen.

König jasst seit seiner Kindheit und ist auch heute noch ein passionierter Jasser, der nicht nur im Kreis der Familie spielt, sondern auch mit behinderten Kindern im Ferienlager. Natürlich stehe dabei nicht der Sieg im Vordergrund, sondern das Spiel mit den Kindern, die sich für das Jassen interessieren.

Aber «der Reiz zu gewinnen», wie König meint, war schon immer das, was ihm am meisten am Jassen gefallen hat. «Auch die Freundschaft kann durchs Spiel sehr gut gepflegt werden, da man miteinander spielt und diskutiert», führt König aus. Jedoch kämen seit dem Rauchverbot nicht mehr viele Jasser in die Beizen, um dort einen Schieber, Differenzler oder eine andere Jass-Art zu spielen», beschreibt König den Umstand, dass die Jass-Kultur in den letzten Jahren immer mehr abgenommen hat. Er fügt jedoch an, dass die Jungen heutzutage noch sehr gerne spielen würden, wenn sie zum Beispiel wandern gehen oder einen Ausflug machen.

Der frühere Hochbauzeichner, Bauführer und Verwalter beschreibt seine Stärken beim Jassen: «Ich kann mir sehr gut merken, welche Karten schon gespielt und wie viele Trümpfe gespielt wurden, was durchaus ein Vorteil beim Jassen sein kann, jedoch bleibt es noch immer ein Glücksspiel, bei dem man nie weiss was für Karten man erhält.»