Die parteilose Vanessa Duss Jacobi tritt zum zweiten Wahlgang der Gemeinderatswahlen in Seltisberg am 10. April an. Dies schreibt sie selber in einem Wahlflyer, der seit Mittwochmorgen im Dorf zirkuliert. Als Juristin könne sie ihr Fachwissen in den Gemeinderat einbringen. Zudem sei sie als Vorsteherin des Ressorts Tiefbau in wichtige Projekte involviert, die sie gerne weiterführen möchte.

«Diese Arbeit macht mir Freude und bereichert mich über meinen juristischen Fachhorizont hinaus», so Duss Jacobi weiter.

Fall ist noch hängig

Die Kandidatur der 39-jährigen Juristin war im Zusammenhang mit der sogenannten Seltisberger «Eigenheim-Affäre» zum Thema geworden. Ihrem Ehemann, dem Baselbieter Kantonsingenieur Oliver Jacobi, wurde in einem Flugblatt und darauf folgenden Medienberichten eine vorsätzliche Umgehung der Bauvorschriften beim Bau des Eigenheims vorgeworfen, worauf Jacobi beim Kanton seine Kündigung einreichte. An sie selbst ergingen Filzvorwürfe.

Obschon die Untersuchung noch immer erstinstanzlich beim Bauinspektorat hängig ist, hatte er offensichtlich Auswirkungen auf den Ausgang des ersten Wahlgangs am 28. Februar, verfehlte doch Duss Jacobi als einzige Bisherige im Seltisberger Gemeinderat das absolute Mehr. Daraufhin wurde über einen allfälligen vorzeitigen Rückzug der Advokatin spekuliert.

Gemeinderat steht hinter ihr

Zusätzliches Gewicht erhält ihr Wahlflyer durch die Unterschriften von Gemeindepräsident Bernhard Zollinger, des abtretenden Vizepräsidenten Reto Gantner, der wiedergewählten Gemeinderäte Michaela Schmidlin und Stephan Hersberger sowie der Gemeindeverwalterin Stephanie Berger und ihrer Stellvertreterin Katharina Stein, die alle Duss Jacobis Kandidatur unterstützen. «Vanessa Duss hat sich als Gemeinderätin immer für die Gemeinde eingesetzt», schreibt Gantner. Die Bevölkerung solle sich von «Zeitungsartikeln und dergleichen» nicht beirren lassen.