Reparatur

EBM ersetzt nach Stromausfällen in Allschwil Kabel im Baselmattweg

Gleich zweimal innerhalb von vier Tagen kam es im Allschwiler Baselmattweg zu einem Stromunterbruch. Nach den ersten Reparaturen wird nun ein Mittelspannungskabel ersetzt. Dies ist aufwändiger als erwartet.

Eigentlich hätte die EBM am Montagmorgen den Medien vorführen wollen, wie sie im Baselmattweg auf einer Strecke von rund 250 Metern ein neues Mittelspannungskabel einzieht. Doch dann stellte sich Ende letzter Woche heraus, dass der unterirdische Kabelkanal aus Beton-Abdecksteinen teilweise beschädigt ist und man deshalb auch den eigentlichen Kabelkanal erneuern muss. Die Arbeiten verzögern sich deshalb um rund einen Tag.

Zwei Mal innerhalb von nur vier Tagen kam es Ende Juli / Anfang August im Baselmattweg zu einem Kurzschluss in einem bestimmten Typ Kabelverbindung. Diese Muffen haben nicht nur bei der EBM in der vergangenen Hitzeperiode reihenweise zu Kurzschlüssen geführt. Im Baselmattweg sind mehrere dieser Verbindungen eingebaut, da man nach dem Bau des ursprünglichen Netzes wegen neuen Wohn-Überbauungen nachträglich zusätzliche Trafostationen installieren musste, die den Strom von 13 000 Volt des Verteilnetzes auf 230 Volt für die Haushalte hinunter transformieren. Diese Trafostationen seien «wie eine Perlenkette» am Mittelspannungskabel aufgereiht, erklärte EBM-CEO Conrad Ammann. Kommt es zu einem Kurzschluss, wird der ganze Abschnitt innerhalb einer Zehntelsekunde abgeschaltet. Die ausrückende Pickett-Mannschaft fahndet dann als Erstes nach der schadhaften Stelle. Diese wird dann isoliert. Die dort angeschlossenen Kunden werden dann soweit möglich über eine andere Leitung wieder zugeschaltet. «In der Regel sollte die Versorgung nach 90 Minuten wieder funktionieren», erklärte Ammann – also nach einer Zeitspanne, in der die Vorräte im Tiefkühler noch nicht aufgetaut sind.

Falls dies nicht möglich ist, kommt die Notstromgruppe zum Einsatz, ein kleines Dieselkraftwerk auf einem Lastwagen. Dieses lässt sich mit vorbereiteten Steckverbindungen mit der Trafostation verbinden, von wo dann die angeschlossenen Betriebe und Haushalte normal versorgt werden können. Der spätere Übergang zur erneuten Versorgung über das Netz erfolge dann ohne Unterbruch.

Eingedrückte Kabelkanäle, durchbrennende Muffen: Ist die Stromversorgung durch Erdkabel empfindlicher als durch Freileitungen? Dies verneint Ammann klar: Erdkabel hätten normalerweise eine Lebensdauer von rund 30 Jahren, während denen man sie in Ruhe lassen kann, wenn sie nicht gerade durch einen Bagger aufgerissen werden. Freileitungen erforderten hingegen permanenten Unterhalt und seien gegenüber Sturm, Schnee und Eis störungsanfälliger.

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