Auf dem Weg zum Café, wo er jeden Morgen leidenschaftlich zu politisieren, über Gott und die Welt zu diskutieren und sich natürlich auch durch die Lektüre seiner zahlreichen Zeitungen zu informieren pflegte, hat das Herz von Robert Piller im Alter von 84 Jahren völlig unerwartet zu schlagen aufgehört.

Zeitungen, Information ganz generell, Politik, Wirtschaft und Kultur standen stets im Zentrum seiner Interessen und seines Engagements. Unmittelbar nach Abschluss seines wirtschaftswissenschaftlichen Studiums war er als Redaktor bei der Presseagentur spk und danach als Journalist bei den «Basler Nachrichten» tätig, wo er bis zur Fusion als stellvertretender Chefredaktor dieses liberal-konservative Blatt mitprägte. Nach deren Fusion mit der «National-Zeitung» zur «Basler Zeitung» wechselte er als Geschäftsführer zur Basler Handelskammer, die er bis zu seiner Pensionierung 1997 mitgestaltete.

Als Homo politicus war es ihm stets ein Bedürfnis, aktiv zur Weiterentwicklung unserer Region beizutragen. So präsidierte er von 1967 bis 1971 die FDP Arlesheim, die er während 17 Jahren in der Arlesheimer Gemeindekommission vertrat. 1983 wurde Robert Piller in den Landrat gewählt, in dem er seine liberale Grundhaltung während 16 Jahren einzubringen vermochte. Von 1987 bis 1995 wurde ihm das anspruchsvolle Amt des Fraktionspräsidenten der FDP übertragen.

Ein grosses Anliegen, ja eine Berufung war ihm der Brückenschlag zwischen dem Kanton Jura und der Region Basel. Dafür setzte er sich auch mit zahlreichen Motionen erfolgreich ein, so beispielsweise für die Beteiligung des Baselbiets an der Stiftung Archiv des ehemaligen Fürstbistums Basel oder für den Französischunterricht an der Primarschule. Als Vorstandsmitglied der Basler Sektion der Société jurassienne d’Emulation, als Mitglied des Conseil consultatif des Jurassiens de l’extérieur, sowie zahlreicher weiterer Organisationen des Kantons Jura war er auch stolzer «Ambassadeur du Jura».

Unzählige Freunde und Gäste erlebten ihn als enthusiastischen Stadtführer in Pruntrut. Wenn er auf das Département du Mont-Terrible angesprochen wurde, überquoll sein Herz – es war ihm ein kaum zu bremsendes Bedürfnis, seinen Zuhörern möglichst viel und auch Hintergründe aus Kultur und Geschichte seines Heimatkantons und von dessen vielfältigen Beziehungen zu Arlesheim mitzugeben. Es war für ihn eine Selbstverständlichkeit, sich auch weiterhin in seiner Wohnsitzgemeinde Arlesheim einzubringen, so beispielsweise als Vorstandsmitglied des Vereins der Freunde des Doms und in der lokalen FDP.

Mit seinem Tod verliert die Region, verlieren wir einen politisch erfahrenen, debattierfreudigen, bis zuletzt vielseitig interessierten, engagierten und geschätzten liberalen Weggefährten und Freund.


   

*Jean-Luc Nordmann, FDP Arlesheim