Pratteln

Ein erstes Mal Arbeitsluft schnuppern — über 240 Berufe an der Berufsschau

In Pratteln konnten Interessierte an der Berufsschau über 240 Berufe kennenlernen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Messe.

An wen richtete sich die Berufsschau – oder: Wer nutzte sie?

In erster Linie richtete sich die Berufsschau an die Jugendlichen der letzten Schuljahre, also an künftige Lernende. Für Eltern bot sich ausserdem die Möglichkeit, mögliche Berufe für ihre Sprösslinge kennenzulernen und ihr Wissen darüber zu vertiefen. Aufschlussreich war die Berufsschau schliesslich auch für Lehrpersonen, die sich einen aktuellen Eindruck über die einzelnen Berufsbilder machen konnten.

Was stiess auf den grössten Anklang?

Besonders beliebt waren computeranimierte Töfffahrten, Autorennen mit elektrischen Modellautos oder das Betätigen der Baggerschaufeln. Auch wo Präzision und Fingerspitzengefühl gefragt waren, herrschte reges Treiben: Löten an filigranen Computermodulen, Fräsen an kleinsten Metallteilen, Pulsfühlen und Applizieren von Wundpflastern. Gefragt waren auch die Informationsstände der diversen Berufsverbände und Institutionen, beispielsweise des Ausbildungsverbunds Aprentas oder der Berufsberatung. Schliesslich faszinierten auch die Stände der Polizei und der Rettungsdienste.

Wie lautet das Fazit der Organisatoren?

Urs Berger, bei der Wirtschaftskammer Baselland verantwortlich für die Berufsschau, zeigte sich zufrieden über das Interesse. Es sei beeindruckend gewesen, wie über 24 000 Schülerinnen und Schüler sich über rund 240 Berufe informieren liessen. Insgesamt dürften an den fünf Tagen rund 60 000 Gäste die Ausstellungshallen besucht haben. Berger zollt den Lehrpersonen grossen Respekt, die mit ihren Klassen gut vorbereitet nach Pratteln gekommen seien: «Ohne die Bereitschaft der Berufsleute, der Ausbildner und Lehrmeister wäre es nicht möglich, die Vielfalt der Berufe einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen.»

Was sagen die Aussteller?

Wo man sich umhörte, gab man sich erfreut über das grosse Interesse an den Berufen. Die Jugendlichen hätten sich nach den beruflichen Möglichkeiten erkundigt, vor allem nach Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten. Regelmässig war aber auch eine der ersten Fragen jene nach dem Lohn, sagten mehrere Ausbildner. Als erfreulich bewerteten sie die Bereitschaft vieler, Lehrlinge auszubilden. Es sei aber schwieriger geworden, genügend Auszubildende zu finden.

Wie warben die Aussteller für ihre Berufe?

Natürlich ist die Berufschau keine Messe, in der der Schwerpunkt auf Info-Broschüren liegt. Man zeigt lieber, worin die Arbeit besteht und wie vielseitig sie ist. An den Plakatwänden der Stände waren zudem zahlreiche Appelle an die Jugendlichen zu lesen. Bei den Schreinern und Zimmerleuten hiess es etwa: «Holz macht stolz.» Und die Metallbauer beantworteten die Frage «Wieso Metallbauer?» selbstbewusst: «Weil ich ein Teamplayer bin.» Bewusst auf Frauenpower setzte der Verband der Strassentransporteure: «Frauen fahren? – Noch Fragen?», so das Motto. Auf den Plakatwänden nebenan äusserten sich sechs junge Berufschauffeurinnen zu ihrem Beruf.

Wie geht es nach der Berufsschau weiter?

An vielen Ständen lagen Formulare auf, mit denen Interessierte weiterführende Informationen anfordern konnten. Solche Zusatz-Infos liessen sich auch über QR-Codes abrufen, mit denen die Jugendlichen die Eindrücke der Berufsschau Revue passieren liessen. Am Stand der Berufsbildung hatten zudem zahlreiche Jugendliche und Eltern um Beratungstermine ersucht, sagte die Beraterin Cristina Calò.

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