Chirsifescht 2019

Ein Fest für Königin Kirsche – eine edle Frucht

Chirsifescht 2019 in Wintersingen: Stefan Ritter und Katja Lüthi vom OK sowie Festrednerin Barbara Saladin (von links).

Die edle Frucht steht am 4. Chirsifescht beim Hof Breitfeld ob Wintersingen vom 28. und 30. Juni im Mittelpunkt. Der Anlass findet alle vier Jahre statt, diesmal unter dem Motto «Im Zeichen des Genusses – Ein Fest für Gross und Klein».

Den Auftakt macht erstmals ein Gourmetabend am Freitag. Sterneköchin Julie Jaberg Wiegand vom Gasthof Neubad in Binningen präsentiert den Gästen auf dem Breitfeld ein regionales Fünf-Gang-Menü, bei dem in jedem Gang die Kirsche in origineller Form integriert ist. Die 120 zur Verfügung stehenden Plätze sind ausgebucht. Schüler der Regionalen Musikschule Liestal begleiten durch den Abend.

Kirschensafari

Das Chirsifescht am Sonntag wartet mit vielen Attraktionen auf. Auf einer Kirschensafari, einer kommentierten Rundfahrt durch die Plantage, erfahren die Besucherinnen und Besucher vieles über die Frucht. An den Nordwestschweizer Meisterschaften im Kirschenstein-Spucken kann man sich für die nationalen Titelkämpfe in Zürich von Anfang Juli qualifizieren. Dazu kommen ein Bauernmarkt und Stände von Ausstellern, die Maschinen zeigen. Die Kleinen können sich im Kinderparadies austoben. Um 11 Uhr hält Barbara Saladin, Autorin und freie Journalistin aus Hemmiken, die Festansprache. Sie verrät: «Ich erzähle über Kirschen und deren Mythologie.»

Wichtig sei, dass der Kontakt zwischen Konsumenten und Produzenten stattfinde, erklärt OK-Präsident Stefan Ritter. Das Festgelände ist per Auto und zu Fuss gut erreichbar. Ab Bahnhof Sissach verkehrt ein Shuttle-Bus. Bei idealem Wetter erwarten die Veranstalter einen regelrechten Besucheransturm. Vor acht Jahren zählte man 5000, vor vier Jahren bei grosser Hitze 1000 Personen.

«Wir müssen kämpfen»

Die bevorstehende Kirschenernte wird gemäss aktuellen Schätzungen ertragsreich ausfallen. Hansruedi Wirz, Präsident Produktzentrum Kirschen/ Zwetschgen Schweiz, sagte an der Medienkonferenz zum Chirsifescht in Wintersingen, derzeit gehe man von 2650 Tonnen Tafelkirschen aus, die in den Handel gelangten. Ein Drittel davon stammt aus den Kantonen Baselland, Solothurn und Aargau. Die Nordwestschweiz zählt neben Thurgau/St. Gallen zur führenden Kirschenregion der Schweiz.

Mit der Hälfte machen die Tafelkirschen 24 Millimeter plus (24 +) den Löwenanteil aus, gefolgt von 28 + (42,5 %). Höhepunkt der diesjährigen Kirschenernte dürften die ersten beiden Juli-Wochen sein; dann wird in der Nordwestschweiz mit mehr als 440 Tonnen gerechnet.

Die derzeit geschätzte Gesamtmenge an Tafelkirschen liegt um fünf Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Ein Ausreisser war 2017. Frostnächste im April vernichteten grosse Teile der Ernte, sodass die Nordwestschweiz bloss 263 Tonnen abwarf. Ein Klacks verglichen mit dem vergangenen Jahr mit über 1000 Tonnen.

Wirz betont, die Kirschen stiessen auf immer stärkere Konkurrenz mit dem vielfältigen Angebot an Früchten. «Wir müssen kämpfen und dafür sorgen, dass wir mit unseren Kirschen in den Läden gut und vor allem ganztags präsent sind», fordert der Reigoldswiler Obstbauer. Deshalb werden die Werbemassnahmen verstärkt; dafür müssen die Produzenten heuer doppelt so hohe Beiträge abliefern.


  

www.chirsifescht.ch

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