Die Tage des Bruderholz-Spitals sind definitiv gezählt. Das Verdikt der Baselbieter Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ist mehr als deutlich. Nicht einmal im Leimental trauert man dem Klotz aus den siebziger Jahren nach. Die 67 Prozent Nein-Stimmen zur Initiative, welche die Zeit anhalten wollte, dürfen als Ja zur geplanten Spitalgruppe interpretiert werden, als Vertrauensvorschuss an die Regierungen der beiden Basel.

Damit steigt aber auch der Druck auf die Gesundheitsdirektoren Lukas Engelberger (BS) und Thomas Weber (BL). Sie sind zum Erfolg verdammt. Dazu müssen sie in erster Linie die Spitäler und die Ärzteschaft auf Kurs halten. Solche offensichtlich unabgesprochenen Übungen, wie die vom Kantonsspital Baselland geplante Permanence am Bahnhof Liestal, dürfen sich nicht wiederholen. Einerseits, weil sie das Potenzial haben, das Verhältnis der beiden Kantone zu trüben, und andererseits, weil die privaten Anbieter nicht vor den Kopf gestossen werden sollten. Die Spitalgruppe soll nicht zur Machtdemonstration verkommen, sondern die hochqualitative Gesundheitsversorgung der Region garantieren. Und das zu (hoffentlich) weniger stark steigenden Kosten als sie die heutige Spitallandschaft generiert.

Einen Freibrief haben Engelberger und Weber aber nicht erhalten. Dass das Laufental fast geschlossen für die Bruderholz-Initiative stimmte, zeigt: Es braucht Fingerspitzengefühl, wenn es darum geht, das heutige Angebot eines Regionalspitals zu reduzieren.  Die „Hölzli“-Initianten haben zwar die Abstimmung verloren, dafür aber eine wichtige Debatte entfacht, welche für die weitere Planung der Spitalgruppe wertvoll ist.