Ricola

Ein Laufner hat’s erfunden – vor 90 Jahren

Gerade in Deutschland steht er für den Schweizer: Erich Vock, jahrelang Aushängeschild der Ricola-TV-Werbespots. (Screenshot: bz-Archiv)

Gerade in Deutschland steht er für den Schweizer: Erich Vock, jahrelang Aushängeschild der Ricola-TV-Werbespots. (Screenshot: bz-Archiv)

Zum Ricola-Jubiläum zeigt das Museum Laufental eine Sonderausstellung über die Entstehung, Geschichte und Produkte der Firma.

«Wer hat’s erfunden?» – kaum ein Slogan hat sich in unsere Köpfe eingebrannt wie derjenige von Ricola. Seit 1972 flimmert die Werbung über die Bildschirme der Schweizer Haushalte. Erfunden hat’s der Laufener Emil Richterich jedoch schon Jahrzehnte zuvor. Seit 1930 gibt es Ricola – zum 90-jährigen Jubiläum zeigt das Museum Laufental nur einige Schritte neben dem Geburtsort des Bonbons eine Sonderausstellung.

«Die Firma kam vor den Sommerferien auf uns zu», erzählt Lilli Kuonen, Präsidentin des Museums Laufental. «Da wir im ersten Stock zu dieser Zeit ein Zimmer neu gestalten wollten, eignete sich das optimal», so Kuonen. Die Römer, die dort seit den 1970er-Jahren einen Raum schmücken, sollten vorübergehend ersetzt werden. Doch ein Raum reichte für die grosse Sammlung an Ricola-Memorabilien nicht aus. «Also haben wir den ganzen Stock geräumt und renoviert.»

Weshalb der Würfel ein Würfel ist

Zuständig für die Ausstellung waren während der letzten zehn Wochen Beat Kernen und Röné Bringold. Sie haben bereits vor zwei Jahren eine Ricola-Ausstellung organisiert, damals jedoch im Filmsaal der Firma und nur für die Mitarbeitenden. Für die Sonderausstellung im Museum haben sie diese innert weniger Wochen den neuen Räumen angepasst und sie neu gestaltet. «Das war schon ein Hoselupf», sagt Bringold. Mit dem Ergebnis sei er aber «sehr zufrieden».

Dieses lässt sich seit gestern besuchen. Und beginnt schon draussen vor dem Museum: Um eine Ricola-Gondel stehen Kräutertöpfe, deren Inhalt für die Produktion der Täfeli benutzt werden. Drinnen steht in einem grossen Korb das fertige Produkt zum Probieren bereit. Beim Gang durch die Ausstellung ist so auch der klebrig-süsse Kräutergeschmack dabei, den man von Ricola kennt. Wie dieser entstanden ist, lernt man im ersten Raum. Er erzählt von den Anfängen, als Emil Richterich eine Bäckerei kaufte und dort mit der Bonbon-Produktion begann, zeigt die verschiedenen Produkte, die es im Lauf der Jahre gab, und erklärt die Würfelform des Kräuterzuckers: «Weil man einfach kein Geld hatte, eine neue Maschine zu kaufen.»

Im zweiten Raum gibt es Informationen zur jüngeren Firmengeschichte, zum Kräuteranbau und zur Nachhaltigkeit. Auf den Gängen des ersten Stocks können die Werbungen der letzten 50 Jahre betrachtet werden. Letztlich führt der Gang in die «Ricolaunge»: Ein Raum, in dem Besucher sich hinsetzen und ein Bonbon essen können, während ein Film läuft.

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