Am Donnerstag, 28. Februar, mussten wir endgültig Abschied von unserem Freund und Parteikollegen Hanspeter Frey nehmen. Nach einer kurzen, schweren Krankheit schloss er am 19. Februar in seinem 77. Lebensjahr für immer seine Augen. Kennen gelernt habe ich Hanspeter Frey in der FDP Baselland.

Von 1995 bis 2011 vertrat er den Wahlkreis Allschwil im Landrat, im Amtsjahr 2009/2010 war er als Landratspräsident der höchste Baselbieter. Während zwölf Jahren – von 1999 bis 2011 – gehörten wir gleichzeitig dem Rat an. In dieser gemeinsamen Zeit entwickelte sich nicht nur eine intensive politische Beziehung, sondern auch eine persönliche Freundschaft. Auch nach dem Ausscheiden aus dem Landrat blieben wir eng verbunden. Hanspeter Frey, der sich schon zuvor auf kommunaler Ebene in Allschwil politisch engagierte, blieb der Kantonalpartei treu und war von 2011 bis 2017 Vizepräsident der FDP Baselland. Vor vier Jahren amtete er als erfolgreicher Wahlkampfleiter.

Hanspeter Frey hat sich in seinem vielfältigen politischen Engagement stets für das Gemeinwohl eingesetzt. Er hat sich sowohl um seine Wohngemeinde als auch um den Kanton Baselland in hohem Masse verdient gemacht. Als Baufachmann war ihm die Leistungsfähigkeit unserer Verkehrsinfrastruktur stets ein sehr grosses Anliegen. So hat er sich bis zuletzt als Präsident der «Interessengemeinschaft Umfahrungsstrasse Allschwil» für die Umfahrung und damit die verkehrstechnische Entlastung seiner Wohngemeinde eingesetzt.

Als liberales Urgestein hat er sich aber immer auch für einen schlanken Staat und gute Rahmenbedingungen für die kleinen und mittleren Unternehmen engagiert. In seinem ganzen politischen Wirken hatte er stets das Ganze im Blick. Die Vertretung von Partikularinteressen war nicht seine Sache.

Seine Voten waren stets wohl überlegt. Er überzeugte mit seiner besonnenen Art und einer beeindruckenden Sachkenntnis. Sein Wort hatte stets Gewicht. Dabei nahm er sich persönlich nicht sonderlich wichtig. Er sah sich vielmehr als Diener und Sachwalter einer guten Sache. Und auch in der harten Auseinandersetzung mit dem politisch Andersdenkenden oder in emotional geführten Diskussionen mit Parteifreunden blieb er sachlich und immer fair und korrekt. Er war ein ruhender Pol. Trotzdem vertrat er seine Positionen beharrlich und engagiert. Und wenn er einmal von einer Sache überzeugt war, blieb er seinem Standpunkt treu, ohne dabei unangenehm stur zu wirken. Er war ein prinzipientreuer, aber politisch pragmatisch handelnder Liberaler. Das hat ihm über die Parteigrenzen hinweg Anerkennung und Respekt eingetragen.

Hanspeter Frey hat meinen politischen Werdegang eng begleitet. Unvergesslich für mich war sein freundschaftlicher, ausgesprochen grosser Einsatz bei meiner ersten Wahl in den Nationalrat vor acht Jahren. Er hatte immer Zeit und stand einem auch in turbulenten Phasen zur Seite. Mit Hanspeter Frey verliert unser Kanton einen verdienstvollen Politiker, der sich um das Wohl und die Weiterentwicklung des Baselbiets grosse Verdienste erworben hat. Persönlich verliere ich nicht nur einen ausserordentlich geschätzten Weggefährten, sondern einen unglaublich guten Freund. Er hinterlässt eine grosse Lücke und er wird mir sehr fehlen.

   

Daniela Schneeberger, Nationalrätin, Thürnen