Gut fürs Image ist es nicht. Und die Bevölkerung ist beunruhigt. In Pratteln ist es in den vergangenen zwei Wochen gleich zweimal zu Grossbränden gekommen – am Freitagmorgen geriet im Gebiet Schweizerhalle ein Recyclingpark in Brand.

Am Sonntagabend, 1. Juli, war eine Halle einer Chemiefabrik Opfer der Flammen geworden. Damals riefen die Behörden die Bevölkerung dazu auf, Fenster und Türen zu schliessen.

«Das alles ist unschön für Pratteln», sagt Vize-Gemeindepräsident Emanuel Trueb. «Die Häufung von solchen Ereignissen ist auffällig. Wir wollen aber keine Gemeinde sein, die als unsicher gilt.» Trueb sagt, die Bevölkerung sei beunruhigt. «Wir beherbergen nun mal produzierendes Gewerbe, das ein gewissen Risiko birgt. Vielen wird das jetzt wieder bewusst.»

Am Freitagmorgen wurde die Polizei um 6.10 Uhr alarmiert. Kurze Zeit später war die Feuerwehr vor Ort. Verursacht hatten das Feuer zwei unvorsichtige Mitarbeiter. Sie waren damit beschäftigt, Metallfässer zu schreddern.

SP verlangt verstärkte Kontrollen

Für die SP Pratteln ist das Mass voll. «Ist die Bevölkerung wirklich sicher?», fragte sie bereits Anfang Juli nach dem Brand bei der Chemiefirma. In den letzten Monaten sei es zu etlichen Zwischenfällen gekommen, schreibt die Ortspartei. Im Fokus stand jüngst die Rohner AG. Die Firma liess mutmasslich Abwasser ungeklärt ins Grundwasser sickern. 2016 kam es im Chemiewerk zu einer grossen Explosion. Das Unternehmen hat mittlerweile Konkurs angemeldet.

Weiter schreibt die SP, dass gleich neben dem Brandort beim Bahnhof demnächst Wohnungen für hunderte von Menschen gebaut werden sollen. «In diesem Zusammenhang müssen Fragen nach der Sicherheit der direkten Anwohnerinnen und Anwohner, aber auch der ganzen Region, gründlich überdacht werden.» Auch die Information sei mangelhaft gewesen: «Wer nicht auf den sozialen Netzwerken unterwegs war, wurde kaum oder gar nicht mit Nachrichten und Hinweisen versorgt.»

Die SP verlangt jetzt verstärkte Sicherheitsbemühungen, denn das Vertrauen sei bereits «arg ramponiert». Emanuel Trueb sagt, für Störfälle sei der Kanton zuständig. Mit den entsprechenden Stellen pflege die Gemeinde bereits regen Austausch. Die lokalen Blaulicht-Organisationen wiederum hätten jeweils tadellos gearbeitet.