Brandstiftung

Ein Streich mit üblen Folgen – Unbekannte zündeten ein Feuerwerk in 170 Jahre altem Baum

Am 2. August brannte eine Blutbuche im Park des Bottminger Schlosses. Der Baum habe bisher alle Renovationen und Umbauten, die das Schloss in den vergangenen anderthalb Jahrhunderten erlebt hat, überstanden. Nun ist noch unklar, ob sie nach diesem Ereignis stehen bleibt.

Vermutlich hätte es nur ein dummer 1.-August-Scherz werden sollen – es wurde allerdings ein wirklich sehr dummer und folgenreicher. Irgend jemand kam nämlich am frühen Morgen des 2. August auf die Idee, in einem alten Baum am Rande des Schlossparks in Bottmingen ein Feuerwerk zu zünden. Dabei fing der Baum an zu brennen. «Durch den lobenswerten Einsatz der Angehörigen der Feuerwehr Bottmingen konnte der Stamm rasch gelöscht werden», schreibt Andreas Ambühl, der Leiter Stabsstelle Verwalter, auf Anfrage der bz.

Aus der Tatsache, dass im Hohlraum des Baumes Feuerwerkreste gefunden wurden, schliesst die Baselbieter Kantonspolizei, dass es sich nicht um einen Unfall handelt, sondern dass der Baum mutwillig angezündet wurde. Über die Täterschaft ist noch nichts bekannt, es ist bisher auch keine Anzeige eingereicht worden.

Ob Zufall oder nicht: Die Täter haben für ihren Unfug ausgerechnet einen alten Baum im Park ausgesucht, nämlich eine 170-jährige Blutbuche. Diese hat alle Renovationen und Umbauten, die das Schloss in den vergangenen anderthalb Jahrhunderten erlebt hat, überstanden.

Ein Teil des Gartenbads war gesperrt

Ob die Buche allerdings den Anschlag von vorletzter Woche überleben wird oder geschlagen werden muss, ist noch unklar. Eine erste Begutachtung durch zwei Baumspezialisten ergab noch kein eindeutiges Ergebnis. Dafür müssen weitere Untersuchungen abgewartete werden. Obwohl der Baum auf dem Areal des vom Bund denkmalgeschützten Bottminger Schlosses steht, stellt er selber kein geschütztes Naturobjekt dar, weder auf kantonaler noch auf kommunaler Ebene.

Vergangene Woche musste auf Empfehlung der Begutachterfirma aus Sicherheitsgründen ein Bereich von 35 Metern rund um den Baum abgesperrt werden – ins besondere auch, weil am vergangenen Wochenende Gewitter angesagt waren. Von dieser Vorsichtsmassnahme war auch das Bottminger Gartenbad in unmittelbarer Nähe des Baumes betroffen: Neben einigen Rasenflächen musste auch ein Teil des Olympiabeckens zeitweise gesperrt werden. Später konnte der Sicherheitsradius auf zehn Meter reduziert und inzwischen sogar ganz aufgehoben werden.

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