Zucker

Ein süsser Stadtrundgang durch Laufen

Die beliebten Mohrenköpfe der Othmar Richterich AG finden ihren Weg von Laufen bis in die West- und Ostschweiz.

Die beliebten Mohrenköpfe der Othmar Richterich AG finden ihren Weg von Laufen bis in die West- und Ostschweiz.

Ein Ausflug in die Welt der Ricola-Bonbons, Richterich-Mohrenköpfe und Pralinés.

Ein Schleckermaul auf der Suche nach einer zuckrigen Versuchung hat es in Laufen leicht. Trotz seiner bescheidenen Grösse beherbergt das 5500-Seelen-Städtchen mehrere Hersteller von Süssigkeiten und eine lange Zuckerbäcker-Tradition. Einige der produzierten Leckereien haben es in den vergangenen Jahrzehnten zu überregionalem Renommee gebracht.

Weltweiter Erfolg dank Swissness

Der süsse Stadtrundgang beginnt an der Wahlenstrasse am Eingang von Laufen. Hier stellt seit Frühling 2014 das bekannteste Unternehmen des Laufentals seine Produkte her. Im grössten Lehmbau Europas vereint die Ricola AG ihre gesamte Kräuterverarbeitung unter einem Dach. Das Gebäude stammt aus der Feder von Herzog & de Meuron, die seit Jahren mit dem Familienbetrieb zusammenarbeiten.

Mit den Basler Stararchitekten verbindet Ricola auch die weltweite Tätigkeit. Selbst in den USA kennt und schätzt man dank der populären Werbespots die Zucker-Spezialitäten. Rund um den Erdball sind die Produkte aus Laufen erhältlich. Die starke Identifikation mit ihrer Schweizer Herkunft ist einer der Gründe für den Erfolg.

Wenn auch nicht auf der ganzen Welt, so zumindest im Raum Basel begehrt sind die in der charakteristischen Goldfolie eingewickelten Richterich-Mohrenköpfe. «Wir haben auch Vertreter in der West- und in der Ostschweiz», erklärt Marianne Richterich, die seit dem Tod ihres Mannes vor knapp acht Jahren den Betrieb leitet.

Rund zwei Millionen Schokoküsse entstehen jährlich in den Produktionsräumen in einem Keller am Laufner Meisenweg. Im Erdgeschoss befindet sich ein Fabrikladen, in dem – viele Laufentaler wissen es – Mohrenköpfe mit kleinen Fehlern zu einem reduzierten Preis erworben werden können. Im Jahr 2011 eröffnete das Unternehmen ein zweites Lokal in der Stadt Basel, «weil wir immer wieder gebeten wurden, dies zu tun», so die Geschäftsführerin. Der Laden an der Steinentorstrasse erfreut sich ebenfalls grosser Beliebtheit.

Neben dem schaumigen Klassiker stehen auch dort zahlreiche andere Produkte in den Regalen. «Am zweitbeliebtesten sind unsere Praliné-Stängeli», sagt Marianne Richterich. Aber auch die saisonal verschiedenen mit Schaum gefüllten Figuren stünden hoch im Kurs. Im Frühling gibt es Osterhasen und momentan Weihnachtsbäume.

Mehrere prämierte Kreationen

Von der Produktionsstätte der Mohrenköpfe geht es durch das Obertor in die Laufner Altstadt. Das Ziel des zuckergeschwängerten Ausflugs liegt im Stedtli bei der Bäckerei-Konditorei Café Kern. Die Brüder Stefan und Christoph Kern sind über die Stadtmauern von Laufen hinaus für ihre Patisserie-Kreationen bekannt. Vor vier Jahren wurden die Whisky-Truffes der beiden als beste Pralinés der Schweiz ausgezeichnet. «Wir verwenden für unsere Truffes einen Single Malt Whisky, der das Aroma der Schokolade nicht übertönt», sagt Stefan Kern. Erst kürzlich erhielten die Kerns erneut Gold im Rahmen der Swiss Bakery Trophy in Bulle: für die sogenannten «Sweet Kernli», einem Madelaine-ähnlichen Gebäck.

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