Das vermeintlich Wichtigste vorweg: Die meisten haben am Schluss das Baselbieter Lied mitgesungen, begleitet vom Musikverein Münchenstein. Nach dem «Z Basel am mym Rhy»-Gate der Basler Kantonalbank wegen der vielen Dialektfehler im Liedtext vor einem Jahr, gefolgt von der missglückten Videoeinspielung des Baselbieter Lieds bei der BLKB, hat die Basellandschaftliche Kantonalbank an der diesjährigen Versammlung für Zertifikatsinhaber auf einen altvertrauten Schlusspunkt gesetzt.

Es war indes eine der wenigen Traditionskonstanten an der volksfestartigen Zusammenkunft der BLKB-Trägerschaft. Der Montagabend in der St. Jakobshalle bildete den ersten von zwei Abenden, an dem für die meisten Teilnehmenden das offerierte, mehrgängige Abendessen der wichtigste Programmpunkt gewesen sein dürfte.

Anders als bei gewöhnlichen Generalversammlungen gibt es für die Inhaber von Kantonalbankzertifikaten keine Traktanden oder Wahlen, über die zu befinden wäre. Es geht viel mehr um Vertrauensbildung der Unternehmensleitung und die Einstimmung der Kundenbasis auf die eigenen Erfolge, Werte und Ziele. Selbst die Geschäftszahlen des Vorjahres sind bereits seit mehreren Wochen bekannt; mit einem Gewinn von 134,5 Millionen Franken wurde die Bilanz von 2017 übertroffen.

Frei von Zwischenfällen

Am Dienstagabend folgt die Fortsetzung für die andere Hälfte der teilnehmenden 6000 bis 7000 Anteilseigner. Hatte vor einem Jahr am zweiten Abend ein Aussenstehender versucht, auf der Bühne nach dem Mikrofon zu greifen und eine Protestbotschaft zu platzieren, blieb der  Auftakt völlig frei von Zwischenfällen. Die rund 65-minütige Präsentation, mehrheitlich als lockerer Talk zwischen Moderatorin Catherine Thommen und dem neuen Bankratspräsidenten Thomas Schneider einerseits sowie CEO John Häfelfinger anderseits aufgebaut, drehte sich um Veränderungen und Innovation.

Der eingeschlagene Kurs mit Fokus auf umfassende Kundenberatung, Weiterbildung des Personals und Umbau des Filialnetzes sei richtig und bewähre sich, lautete Schneiders und Häfelfingers Hauptbotschaft. Die BLKB sei trotz Transformation für künftige Herausforderungen gut gerüstet.

Zwischen die Interviewbrocken wurden mehrere Clips im Stil von Werbevideos gestreut, welche durch Kunden- oder Mitarbeiter-Testimonials das live Gesagte unterstreichen sollten. Für Auflockerung sorgten zwei Showblöcke mit dem Reigoldswiler Slam-Poeten Dominik Muheim.

Eine wirklich kontroverse Auseinandersetzung war bei all dem natürlich nicht zu erwarten. Wenn man am Anlass etwas aussetzen wollte, dann, dass alles eine Spur zu durchgestylt und bereits bekannt war. Mit einer Neuigkeit wartete CEO John Häfelfinger dann doch noch auf: Im Herbst werden auch das Logo und der Markenauftritt der Basellandschaftlichen Kantonalbank einer Erneuerung unterzogen.