Sinkende Zahlen

Einbrechern im Baselbiet das Handwerk legen

Die Einbruchstatistik soll sich noch stärker verändern, weshalb im Baselbiet viel Prävention betrieben wird. (Symbolbild)

Die Einbruchstatistik soll sich noch stärker verändern, weshalb im Baselbiet viel Prävention betrieben wird. (Symbolbild)

Die Zahlen sind rückläufig – heuer trägt auch Corona dazu bei.

Mit der Zeitumstellung vom Wochenende setzt die Dämmerung nun noch früher ein. Für Einbrecher ist das ideal, um vermehrt Hand anlegen zu können.

Die Baselbieter Polizei warnt – wie üblich zu dieser Jahreszeit – vor Dämmerungseinbrüchen. Zwar sind die Zahlen an Einbrüchen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. Aber die Kantonspolizei setzt alles daran, sie noch mehr nach unten zu drücken. Die zweite Welle von Corona wird dabei helfen, wie das schon beim Lockdown im Frühling zu beobachten war. Die Leute arbeiten vermehrt von zu Hause aus, was Einbrecher abhält.

Zahlen auf tiefem Niveau

Roland Walter, Mediensprecher der Baselbieter Polizei, stellt fest, dass derzeit 15 bis 20 Einbrüche pro Woche gemeldet werden. «Früher waren es wöchentlich teils gegen 100, in letzter Zeit pendeln sich die Zahlen auf tiefem Niveau ein.»

Weshalb die Einbruchszahlen zurückgehen, dafür sieht Walter zwei Gründe. Für Kriminelle stimmen Aufwand und Ertrag nicht mehr überein. Es gebe, immer weniger zu holen. Leute bewahrten heute kaum mehr viel Bargeld und Wertsachen daheim auf, wie das noch früher der Fall gewesen sei.

Zudem sind sie sensibler auf Einbrüche geworden. «Wir haben viel mehr Meldungen», berichtet der Polizeisprecher, «fast jede zweite Verhaftung von Einbrechern erfolgt aufgrund eines Hinweises aus der Bevölkerung.» Offenbar wirkt auch die Kampagne «Bei Verdacht Tel. 117 – gemeinsam gegen Einbrecher».

«Einbrecher sind auch im ÖV unterwegs»

Wohnungen sind bloss zur Hälfte betroffen; Gewerbeliegenschaften, Verkaufsläden, Restaurants und Gartenhäuser werden ebenso oft heimgesucht. In Einfamilienhäuser wird ungefähr gleich viel eingebrochen wie in Mehrfamilienhäuser und Wohnblocks. Bei Letzteren trifft es in der Regel Wohnungen im Parterre oder Hochparterre. Wenn es drinnen dunkel ist, ist das für Einbrecher eine Einladung.

Einbruch-Brennpunkt im Baselbiet ist der Gürtel zwischen Allschwil und Therwil, deren Gemeindegebiete an Frankreich grenzen. Das Oberbaselbiet ist weniger betroffen, hier spielt laut Roland Walter eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr oder die Nähe zu Autobahnanschlüssen für rasche Fluchtwege eine Rolle. «Einbrecher sind auch im ÖV unterwegs, vor allem in Trams im unteren Kantonsteil», erklärt er.

Mit Prävention und Patrouillen betreibt die Baselbieter Polizei einen grossen Aufwand, um die Einbruchszahlen gering zu halten. Seit sechs Jahren ist Precobs im Einsatz, eine Software für Kriminalitätsprognosen; mit Algorithmen werden Hotspots ermittelt, wo bald Einbrüche stattfinden könnten. In diese Gegend wird dann gegen Abend ein entsprechendes Detachement entsandt, um Präsenz zu markieren.

Präventionstipps unter www.polizei.bl.ch

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