Neubau

Eine Baugrube mitten im Rhein

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Die zweite Bahnbrücke über den Rhein kostet vorerst 57 Millionen Franken

Parallel zur Schwarzwaldbrücke bauen die SBB eine zweite Bahnbrücke über den Rhein. Angehängt wird auch ein Fussgängersteg. Momentan laufen mitten im Rhein die Arbeiten für die Verankerungen des ersten Pfeilers auf der Grossbasler Seite.

13 Meter unter dem mittleren Wasserspiegel des Rheins dreht ein Bagger seine Kreise. Langsam schaufelt er das schlammige Material aus der Baugrube; im Boden entsteht ein rundes Loch. «Hier wird die Verankerung für den ersten Pfeiler der doppelspurigen 2. Rheinbrücke gebaut», erklärt Gesamtprojektleiter Markus Ulrich von den SBB. Die Baugrube steht auf der Grossbasler Seite vor dem Birsköpfli im Rhein, abgeschirmt von wasserdichten Spundwänden.

Die Betonarbeiten für den ersten von zwei Brückenpfeilern dauern bis zum Dezember 2010, wie Thomas Holthuisen, Projektleiter Ingenieurbau bei den SBB, ergänzt. Der Pfeiler verankert das 240 Meter lange Bauwerk sechs Meter tief im kompakten Mergel-Boden. Ist der Pfeiler erstellt, beginnen die Arbeiter mit dem Bau der Brücke. «Optisch wird dies einem Baum gleichen, dessen Äste in die Horizontale wachsen: Einer zum Grossbasler Ufer, der andere zur Flussmitte hin», erklärte Holthuisen gestern vor Ort.

Bereits jetzt wird an den Widerlagern gebaut, die dafür sorgen, dass die Bahnbrücke den Verformungen wegen horizontaler Belastung und Temperaturschwankungen standhält. Und auf der Grossbasler Seite sind parallel dazu auch die neuen Stützmauern entlang der Birsfelderstrasse im Bau. Die Arbeiten für den zweiten Pfeiler beginnen Mitte Oktober 2011 und sollen im Sommer 2011 fertig sein.

Ulrich rechnet damit, das 57-Millionen-Werk im Dezember 2012 einweihen zu können. Neu führen dann vier statt nur zwei Gleise über den Bach von der Breite zum Badischen Bahnhof. Dies schafft die dringend nötigen zusätzlichen Kapazitäten für die S-Bahn und die Neat. Nach dem Bau der neuen Rheinbrücke können pro Tag über 500 Züge diese Strecke passieren; aktuell liegt die maximale Kapazität bei 400 Zügen.

Der Bau der 2. Rheinbrücke bringt den Anwohnerinnen und Anwohnern auch mehr Ruhe. Die Betonbrücke schirme einen Grossteil des Lärms der rheinabwärts gelegenen, bestehenden Stahlbrücke ab, sagte Ulrich. Die neue Brücke werde mit zwei Meter hohen Schallschutzwänden aus Aluminium ausgerüstet. Und nach dem Bau der neuen Brücke werde die alte Brücke mit Unterschottermatten saniert, was den Lärm noch einmal «wesentlich reduziert», erklärte Ulrich. Wie stark der Lärm wirklich abnimmt, konnte er nicht sagen.

Fussgänger profitieren ebenfalls von der neuen Brücke: Wie Rodolfo Lardi, stellvertretender Leiter des Tiefbauamtes Basel-Stadt, ausführte, investiert der Kanton 2,7 Millionen in einen drei Meter breiten, beleuchteten Fussgängersteg. Er werde wie ein grosser Blumentrog rheinaufwärts an die Brücke gehängt. Da die vorberatende Kommission dem Projekt wohlgesinnt war, geht Lardi davon aus, dass der Grosse Rat den Fussgängersteg am 13. oder 20. Oktober bewilligen wird.

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