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Eine Heimatkunde, die es so nur in Muttenz gibt

Hanspeter Meier und Helen Liebendörfer sammeln historische Bilder wie das der Rheinfähre (bz von Mittwoch) aus dem Jahre 1906. Rechts ein Standbild aus einem Film von 1927 über Lachsfischer auf dem Rhein.

Hanspeter Meier und Helen Liebendörfer sammeln historische Bilder wie das der Rheinfähre (bz von Mittwoch) aus dem Jahre 1906. Rechts ein Standbild aus einem Film von 1927 über Lachsfischer auf dem Rhein.

Muttenz besitzt das einzigartige Projekt einer Online-Dorfgeschichte, die ständig erweitert und aktualisiert wird – seit kurzem mit einem ersten Film aus dem Jahre 1927.

Muttenz besitzt eine Heimatkunde, die sich laufend erneuert, ihre Themenfelder erweitert und vertieft. Muttenz besitzt die einzige umfassende Online-Heimatkunde im Baselbiet. Sicher, Eptingen hat ebenfalls eine Heimatkunde online gestellt. Allerdings datiert dieses Werk von Hans Tschopp aus dem Jahr 1967 und ist als PDF in unveränderlicher Form zu lesen. Therwil und Pratteln bieten im Netz viel von ihrer Geschichte. Im Netz gibt es weitere historische Trouvaillen; doch das Werk des ehemaligen Gymnasiallehrers Hanspeter Meier und der Autorin Helen Liebendörfer bleibt bislang unerreicht.

Schon als vor fünf Jahren die Heimatkunde in Buchform erschien, legten die Projektleiter Liebendörfer und Meier eine CD bei. Kurz darauf entstand die Online-Heimatkunde. Nicht alles, was sie transportieren wollten, fand Platz auf den rund 400 Seiten. Zudem ermöglichte das Medium CD die Veröffentlichung von bewegten Bildern. «Jetzt gerade bin ich auf Filmmaterial gestossen, das die Lachsfischerei am Oberrhein um 1927 zeigt», sagt Hanspeter Meier. Seit Mittwoch ist der 18 Minuten dauernde Filmbeitrag online.

Leser in Neuseeland und Australien

«Wir ergänzen, was aktuell ist», erzählt Meier, «und verwerten, was uns zufällig in die Hände fällt.» Nur zu gerne würden die beiden vermehrt Fotos und damit Inputs aus der Bevölkerung verwerten können. Es besteht gar die Möglichkeit, diese sowie Anregungen via Website hochzuladen. «Es macht wirklich grossen Spass», sagt Meier. Mit dem Echo auf die geschichtsträchtige Website ist Hanspeter Meier mehr als zufrieden. Zwar versammelten sich auf der dazugehörigen Facebook-Seite nur 65 Personen: «Es wird zurückhaltend konsumiert.» Aber die Rückmeldungen seien positiver Natur. Auch Themenwünsche sollen schon geäussert worden sein. Unter den Abonnenten des Newsletters – «und das freut mich sehr» – befänden sich Interessierte aus Neuseeland und Australien.

Die Online-Version des Muttenzer Heimatbuchs besitzt einen entscheidenden Vorteil gegenüber der gedruckten Form. Durch verschiedene Links kann über den Buchdeckel und sogar über die Gemeindegrenzen hinaus recherchiert werden. Sehr interessant für jemanden, der weiterführende Informationen zu einem speziellen Thema möchte. Die Online-Heimatkunde wird von Helen Liebendörfer und Hanspeter Meier auf eigene Kosten betrieben. Die Gemeinde habe nicht einsteigen wollen. Rund 150 Franken jährlich gebe er aus, sagt Meier. Den persönlichen Arbeitsaufwand berechnet er nicht.

Dass der Online-Auftritt ihr Buch konkurrenziere, glaubt Hanspeter Meier nicht. Ein Buch sei etwas, mit dem man sich hinsetze, in dem man blättere. Weniger Konkurrenz, sondern vielmehr eine Ergänzung, nennt er die Version im Internet. Eine neue gedruckte Version werde in absehbarer Zeit kaum auf den Markt kommen. «Für die nächsten 20 bis 30 Jahre dürfte das kein Thema sein.»

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