Pflegefinanzierung

Eine Stunde Pflege kostet ab nächstem Jahr 52.74 Franken

Die Gemeinden werden sich mit 22 Millionen an den Pflegekosten beteiligen (Symbolbild)

Die Gemeinden werden sich mit 22 Millionen an den Pflegekosten beteiligen (Symbolbild)

Bei der umstrittenen Pflegekostenaufteilung in Baselland ist eine Einigung gefunden worden: Kanton, Pfegeheime und Gemeinden haben einen für Heimbewohner besseren Kostenschlüssel ausgehandelt.

Die kantonsweit einheitlichen Pflegenormkosten im Sinne der vom Bund vorgegebenen neuen Pflegefinanzierung würden vom Kanton ab 1. Januar 2012 auf 52.74 Franken pro Stunde festgelegt, teilte die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD) am Dienstag mit. Bisher liegt der Satz gemäss einer Übergangslösung für das Jahr 2011 bei 38.41 Franken. Die Anhebung ändert nun auch die Aufteilung zwischen Pflege- und Betreuungskosten.

Der neue Schlüssel entlastet Heimbewohner, belastet aber die Gemeinden. Denn die Betreuungskosten werden von den Heimbewohnern selbst oder durch deren Ergänzungsleistungen, die Pflegekosten aber ausser durch Krankenkassen und Heimbewohner wesentlich über eine Restfinanzierung durch die Gemeinden gedeckt.

Höher Anteil Pflege

Ausgehandelt wurde der neue Schlüssel zwischen der VGD, dem Verband Baselbieter Alters-, Pflege- und Betreuungseinrichtungen (BAP) und dem Verband der Basellandschaftlichen Gemeinden (VBLG). Vorausgegangen war eine Studie externer Fachleute von Curaviva, des Verbandes Heime und Instutionen Schweiz.

Diese Studie ermittelte die Pflege- und Betreuungsanteile in den Heimen. Sie korrigierte damit veraltete Werte aus dem Aargau, auf die sich Regierung und Landrat bei ihren Entscheiden von 2010 trotz Kritik gestützt hatten. Aufgrund der neuen Studie wurden der Pflegeanteil in Alters- und Pflegeheimen auf 64 (bisher 45) Prozent und der Betreuungsanteil auf 36 (55) Prozent festgesetzt.

Für die Gemeinden bringt die neue Lösung Pflegekostenbeiträge pro Jahr von total 22,2 Millionen Franken. Bisher war von Mehrkosten für die Gemeinden von etwa 3,5 Millionen Franken ausgegangen worden. Der Verband der Heime hatte ursprünglich einen Betreuungskostenanteil von nur 20 Prozent verlangt, hält die jetzige Lösung aber für «vertretbar», wie es auf Anfrage hiess.

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