Corona-Virus

Einfach an den Schalter gehen, das geht nicht mehr

Einfach so in die Gemeindeverwaltung laufen ist nicht mehr möglich, nicht in Münchenstein und auch nicht anderswo.(Archivbild)

Einfach so in die Gemeindeverwaltung laufen ist nicht mehr möglich, nicht in Münchenstein und auch nicht anderswo.(Archivbild)

Die Gemeinden müssen Ansteckungen ihrer Mitarbeiter verhindern. Sie fordern die Bevölkerung auf, nur noch per Mail oder telefonisch mit ihr zu verkehren.

Es ist derzeit nicht einfach, in den Gemeindeverwaltungen Auskünfte einzuholen. So wird man in Reinach bereits im Windfang gestoppt und aufgefordert, per Telefon sein Anliegen anzubringen. Erst dann darf man zur gewünschten Auskunftsperson gehen – falls diese nicht im Homeoffice ist, wie viele Mitarbeiter.
Muttenz hat ein ähnliches System, mit einer Gegensprechanlage im Eingang der Verwaltung. «Das ist eine Art Triage», erklärt Gemeindeverwalter Aldo Grünblatt.

Noch strenger ist Therwil. Dort sind die Türen der Verwaltung ganz zu. «Aufgrund der ausserordentlichen Situation bitten wir aktuell alle Einwohnerinnen und Einwohner, auf Behördengänge zu verzichten», heisst es auf der Website. Sogar die Gemeindepolizei ist nur noch per Mail oder Telefon erreichbar.
In Aesch kam man letzte Woche nur mit Klingeln rein. Inzwischen darf man nur noch mit einem Termin mit einem Mitarbeiter reden. Man versuche aber, weiterhin so gut wie möglich alle Dienstleistungen anzubieten, heisst es.

Plexiglas zum Schutz der Mitarbeiter

Auch in Allschwil müssen die Bürger auf einige Annehmlichkeiten verzichten, etwa auf die unentgeltliche Rechtsberatung und die Pilzkontrollen, und auch SBB-Tageskarten können sie nicht mehr beziehen. In Pratteln dürfen sich nur noch zwei Personen gleichzeitig in der Verwaltung beraten lassen, «und dies nur wenn diese nicht krank sind und keine Symptome aufweisen». In Münchenstein muss man sogar ganz alleine sein.

Ebenfalls zum Schutz der Mitarbeiter hat Brislach Plexiglas-Scheiben vor den Schaltern aufgestellt. Weitgehend normal läuft die Abfallentsorgung. In Allschwil durfte die Jungwacht/Blauring kein Altpapier mehr einsammeln, die Gemeinde musste einspringen. Ganz geschlossen ist die Abfallentsorgung auf dem Werkhof Muttenz. Gelterkinden empfiehlt, Masken, Taschentücher, Hygieneartikel und Papierhandtücher unmittelbar nach Gebrauch in Plastiksäcken zu sammeln, die man «ohne zusammenpressen verknotet und in Abfalleimer mit Deckel» entsorgen soll. Haushalte mit Corona-Erkrankten oder -Verdächtigen sollen zudem auf Abfalltrennung verzichten.

Bürger verzichten auf Besuch der Verwaltungen

Die baselstädtische Gemeinde Riehen hat auf die Gefahr von Corona-Ansteckungen reagiert: Die Schalter bleiben offen, wurden aber mit einer Spuckschutz-Glasscheibe nachgerüstet, wie Gemeindepräsident Hansjörg Wilde sagt. «Wer eine neue Identitätskarte braucht, bekommt diese bei uns am Schalter auch.» Geschlossen wurde aber die Recyclingstation im Werkhof. «Wir konnten diese nicht nach den Vorschriften des Bundesamtes für Gesundheit betreiben, also hatten wir keine andere Wahl», sagt Wilde.

Angesichts all dieser Einschränkungen ist es nicht überraschend, dass das Publikum fern bleibt. «Enorm reduziert» habe sich die Nachfrage nach Dienstleitungen der Gemeinde, sagt der Reinacher Gemeindeverwalter Thomas Sauter. Und der Allschwiler Sprecher Adrian Jeker schätzt, dass nur noch ein Drittel der bisherigen Anzahl Bürger ins Gemeindehaus kommt.

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