Resolution

Einwohnerrat will Teile der Uni unbedingt in Liestal

Der Bahnhof Liestal wird durch Neubauten ersetzt – in diesen könnten zwei Fakultäten der Uni Basel unterkommen.Nicole Nars-Zimmer

Der Bahnhof Liestal wird durch Neubauten ersetzt – in diesen könnten zwei Fakultäten der Uni Basel unterkommen.Nicole Nars-Zimmer

Überraschung im Liestaler Einwohnerrat: Vertreter aller Parteien brachten kurzfristig einen Resolutionsentwurf unter dem Titel «Wir bekennen uns zum Uni-Standort Liestal» ein, der vom Parlament mit allen Stimmen ausser einer Enthaltung verabschiedet wurde.

Lange war Liestal als Baselbieter Standort für eine oder mehrere Fakultäten der Uni Basel in der Poleposition; zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung. Inzwischen ist man sich in Liestal dieser vorteilhaften Ausgangslage nicht mehr so sicher, wie die Einwohnerrats-Sitzung vom Mittwochabend zeigte. So warf Liestals Stadtpräsident Lukas Ott (Grüne) die Frage in die Runde: «Im Moment läuft das Evaluationsverfahren, mit dem man drei andere mögliche Uni-Standorte im Kanton auf den gleichen Stand wie Liestal bringen will. Geht es dabei darum, dem Standort Liestal Schwung zu nehmen oder ihn zu befeuern?»

Ott machte diese Erklärung im Zusammenhang mit einer überraschend von Vertretern aller Parteien eingereichten Resolution unter dem Titel «Wir bekennen uns zum Uni-Standort Liestal». Ott wünschte sich vom Ortsparlament bei der Verabschiedung der Resolution an den Universitätsrat sowie an die Regierungen beider Basel «ein möglichst geschlossenes Zeichen» und so eine Rückenstärkung des Stadtrats. Damit er dieses Zeichen auch bekam, legte sich seine Tochter Anna Ott (Grüne) ganz besonders in die Riemen, die offensichtlich eine führende Rolle bei der Ausarbeitung des Resolutionstextes gespielt hatte. Sie erläuterte im Rat detailliert all die Vorteile eines Liestaler Uni-Campus – von den bereitstehenden Investoren inklusive SBB als grösster Grundeigentümerin bis hin zur günstigen Verkehrsanbindung.

Zweifel in Reihen der SP

Anna Ott erhielt anschliessend Sukkurs von andern Parteisprechern, so auch von Thomas Eugster (FDP), der ansonsten nicht allzu oft auf der gleichen Schiene wie die Grüne fährt: «Die Freisinnigen begrüssen die Resolution ausdrücklich. Es ist uns schon lange ein Anliegen, dass ein anständiger Teil der Uni ins Baselbiet kommt.» Liestal habe ein «hervorragendes» Angebot, und eine Uni im Kantonshauptort werde von der Bevölkerung stärker wahrgenommen und getragen als anderswo im Landkanton.

Es gab allerdings auch kritische Anmerkungen, und die kamen aus unerwarteter Ecke. In der SP sei man sich einig, dass die Uni wichtig ist für die Region. Ebenso sicher sei es falsch, dass die Baselbieter Regierung hier sparen wolle, sagte SP-Fraktionssprecher Bernhard Bonjour und ergänzte: «Schon nur das Schwatzen übers Sparen schadet der Uni.» Bei der Frage, was die Uni mehr stärke, gebe es innerhalb der SP aber unterschiedliche Meinungen. Ein Teil der Genossen glaube, dass die Uni am stärksten ist, wenn sie alleine über ihre Standorte entscheiden kann; ein anderer, dass der Standort Liestal hierfür zentral sei. Allzu gross können die Meinungsunterschiede bei den Sozialdemokraten aber nicht sein, denn die Abstimmung fiel überaus deutlich aus: Alle Einwohnerräte unterstützten die Resolution bei nur einer Enthaltung aus der SP.

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