Bundesratswahl

Elisabeth Schneider-Schneiter kandidiert für den Bundesrat

Die Baselbieter CVP schickt Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter ins Bundesratsrennen. Die Partei hat am Donnerstagabend die 54-Jährige zuhanden der Findungskommission der CVP Schweiz nominiert.

Es blieb spannend bis zum Schluss. Den ganzen Tag über gab es bloss Wasserstandsmeldungen und Spekulationen, aber die Nachricht sickerte nirgends durch. Erst nachdem sich eine Rekordzahl an Mitgliedern und Medienvertretern in die Aula der Primarschule in Zwingen gedrängt hatte und der Parteitag mit 20 Minuten Verspätung angefangen hatte, folgte die Gewissheit. Um 19.40 Uhr verkündete CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter: «Ich stelle mich mit grosser Freude für eine Bundesratskandidatur zur Verfügung.» Die Parteibasis quittierte die Ankündigung mit einer längeren stehenden Ovation.

Von den im Vorfeld befürchteten Störmanövern war am Donnerstagabend nichts zu spüren. Eine einzige Wortmeldung aus dem Kreis der Mitgliederbasis gab es, ein Mitglied bedankte sich ausdrücklich bei Schneider-Schneiter dafür, dass sie diese Herausforderung annimmt. Als es um die in den Parteistatuten vorgeschriebene Nominierung durch die Kantonalpartei ging, wiederholten diese die stehende Ovation gleich nochmals. Danach verliess die Biel-Benkemerin den Saal, um ein erstes TV-Interview mit der SRF-Equipe von «10 vor 10» zu führen. Weitere mit den Lokalsendern folgten.

Drinnen wurden in der Zwischenzeit der Baselbieter Gesamtregierungsrat inklusive SVP-Herausforderer Thomas de Courten in einem Wahltalk befragt, damit sich die CVP-Mitglieder ihre Meinung im Regierungswahlkampf machen konnten. Die Abstimmung darüber, wen die CVP offiziell im Regierungswahlkampf unterstützt, fiel erst nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe.

Erfüllt alle Voraussetzungen

«Heute ist ein historischer Tag», hatte CVP-Präsidentin Brigitte Müller-Kaderli bereits zur Einleitung festgestellt. Erstmals nach 123 Jahren habe das Baselbiet die Chance, eine Vertretung im Bundesrat zu stellen. In der 54-jährigen Bauerntochter kann die Baselbieter CVP laut ihrer Präsidentin eine «in allen Punkten fähige Kandidatin» ins Wahlrennen schicken. Schneider-Schneiter sei nicht nur in der Bundesstadt eine ausgewiesene Politikerin, die sich vehement für die Region Basel einsetzt, sondern auch auf internationaler Ebene erfahren und vernetzt - ein Punkt, den die frisch gebackene Bundesratskandidatin selber betonte. «Die Aussenpolitik hat immer grösseren Einfluss auf die Innenpolitik. Ich kann hier eine Brückenbauerin sein, da Basel schon immer etwas weltoffener war», versprach Schneider-Schneiter und sagte später zur bz, dass sie sich von ihrer Urbanität Vorteile im CVP-Kandidatenkarussell verspreche.

Parteipräsidentin Müller warf neben der Nordwestschweizer Herkunft noch zwei weitere Qualitäten Schneiders in die Waagschale, die auch im nun einsetzenden Bundesratswahlkampf Teil der Strategie sein werden. Nach dem Rücktritt von Juristin Doris Leuthard brauche es eine Juristin als Nachfolgerin. Schneider-Schneiter erfülle diese Anforderung. Ausserdem habe sie in ihren 17 Jahren als Gemeindeverwalterin von Biel-Benken sich sehr viel Führungserfahrung angeeignet. Damit konterten Parteipräsidentin und Bundesratskandidatin den Vorwurf der fehlenden Exekutiverfahrung Schneiders.

«Es wird ein harter Weg»

«Es wird ein harter Weg, aber es lohnt sich, für die Region Basel einzustehen», sagte Schneider-Schneiter. Es habe Mut für diesen Schritt gebraucht, den Entscheid habe sie gemeinsam mit der Familie erst am Mittwochabend gefällt. Aufgrund der aktuellen Konstellation rechnet sie sich «realistische Chancen» aus, 123 Jahre nach Emil Frey als Baselbieter Vertreterin in den Bundesrat einzuziehen. Doch ihr persönlicher Wahlkampf hat eben erst begonnen.

Sie wollen nicht in den Bundesrat: 

Meistgesehen

Artboard 1