Laufen

Eltern kämpfen mit Anwalt für sichere Schulwege

«Dieser Schulweg ist nicht zumutbar», erklärt Patricia Bucher. (Symbolbild)

«Dieser Schulweg ist nicht zumutbar», erklärt Patricia Bucher. (Symbolbild)

Eine Elterngruppe findet den Weg zum Schulhaus Serafin länger und gefährlicher – sie verlangt Hilfe von der Stadt. Der 1.7 Kilometer lange Schulweg verfügt teilweise über kein Trottoir und führt an viel befahrenen Strassen entlang.

«Dieser Schulweg ist nicht zumutbar», erklärt Patricia Bucher. «Es ist unbegreiflich, dass die Stadt Laufen für Millionen ein neues Schulhaus planen und bauen konnte, ohne sich zu überlegen, wie die Kinder dorthin kommen.»

Mit Gleichgesinnten hat sie eine IG Bleiholle/Tschambol ins Leben gerufen, die verlangt, dass die Stadt Alternativen aufzeigt, wie die Kinder - rund vierzig sechs- bis achtjährige Primarschüler - aus diesem Quartier an die Schule kommen.

Der neue Schulweg ist 1,7 km lang. Die besorgten Eltern halten ihn auch für gefährlich: Streckenweise verfügt er über kein Trottoir; zudem führt er viel befahrenen Strassen entlang. Auch seien Unterführungen zu bewältigen und Strassen zu überqueren.

Natürlich würden Mütter oder Väter ihre Kinder zur Schule begleiten. Ein «Mami-Taxi» werde weder von Eltern noch Behörden gewünscht. Zu Fuss benötige man für den Weg 40 bis 50 Minuten, womit für die Begleitpersonen täglich mehrere Stunden verloren gingen.

Seitens der Stadt Laufen sei den Eltern das System Pedibus schmackhaft gemacht worden. Dabei begleitet jeweils eine Mutter oder ein Vater eine Gruppe von bis zu zehn Kindern zu Fuss (per pedes) zur Schule. Aber der Pedibus sei für lange und gefährliche Strecken nicht geeignet, was auch vom VCS bestätigt werde, sagt Patricia Bucher.

Verkehrslotsen vorgesehen

Die Stadträtin Juliana Nufer weist den Vorwurf zurück, die Stadt Laufen sei untätig geblieben. Neben dem Pedibus, dessen Einführung der Stadtrat unterstütze, habe man weitere Massnahmen geplant. So sollen an neuralgischen Fussgängerstreifen Verkehrslotsen stehen.

In Abklärung sei zudem die Einführung eines Pendelbusses: Dieser soll Erst- und Zweitklässler vom Schwimmbad zum Amtshausparkplatz führen. Bis zum Schulhaus führen will man die Kinder nicht.

Nufer erinnert auch daran, dass der Stadtrat nicht nur für ein Quartier eine Sonderlösung anbieten kann, sondern alle Quartiere gleich behandeln müsse.

Ähnlich sieht es Ralph Jordi. Für den Schulratspräsidenten geht es auch um die Selbstverantwortung der Eltern. Er erwähnt eine Elterngruppe im Gebiet Eich, die vor einigen Jahren einen Pedibus lanciert und erfolgreich durchgeführt habe.

Nufer und Jordi verweisen im Weiteren auf die Erkenntnis von Kinderpsychologen, wonach der Schulweg eine wichtige Erfahrung für Kinder sei. Am liebsten, sagt Patricia Bucher, hätten die Eltern einen Schulbus.

Schulweg zumutbar gestalten

Die IG hat nun einen Anwalt beigezogen: Sandor Horvath, der sich mit seinem Einsatz für sichere Schulwege einen Namen gemacht hat. In mehreren Verfahren, teilweise bis vor Bundesgericht, hat er erreicht, dass Gemeinden Massnahmen treffen mussten, um den Schulweg zumutbar zu gestalten.

Der Luzerner Anwalt weist darauf hin, dass ein Schulweg bis 1,5 Kilometer «in der Regel zumutbar ist». Aber nur, wenn nicht Höhenunterschiede überwunden, viel befahrene Strassen oder gefährliche Unterführungen passiert werden müssen. Bei dem Schulweg in Laufen trifft dies aber zu. Zudem sei er mit 1,7 Kilometer länger als zumutbar.

«Wir streben eine gütliche Einigung mit der Gemeinde an», sagen Bucher und Horvath. Dies vor allem, weil man eine Einigung auf das neue Schuljahr hin wünscht. Trotzdem habe man vorsorglich den Rechtsweg beschreiten müssen. Letztlich könnte die Stadt Laufen gezwungen sein, für einen sicheren Schulweg zu sorgen.

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