Am 14. April ruft der Verein Erlebnisraum Tafeljura zur Jahresversammlung. An diesem Tag überlässt der Präsident Martin Rüegg nach zwölf Jahren Präsidiumsarbeit das Feld seiner Nachfolgerin, der Grünen-Landrätin Florence Brenzikofer. Es ist ein Feld voller blühender Hochstammbäume.

Denn im Baselbiet stehen momentan Hochstamm- und Feldbäume vor der Bluescht – darunter auch die rund 1030 Exemplare, die der Verein Erlebnisraum Tafeljura im Rahmen des Hochstammprojekts zwischen 2010 und 2017 mithilfe von Privatpersonen angepflanzt hat. «Wichtig war uns dabei, dass diese Bäume nicht nur gepflanzt, sondern auch entsprechend gepflegt werden, sodass sie erhalten bleiben», meint SP-Landrat Martin Rüegg.

Die Aufgabe des Vereins Erlebnisraum Tafeljura besteht im Wesentlichen darin, die Landschaft, wie sie sich im oberen Baselbiet typischerweise präsentiert, zu erhalten. Gerade aber die Hochstammbäume im Kanton Baselland hätten einen problematischen Stand, wie Rüegg erklärt: «Einerseits ist es oftmals schwierig, die Früchte von Hochstammbäumen wie beispielsweise Kirschen gewinnbringend zu verkaufen. Anderseits stellt sich das Ernten der Früchte als gefährlich heraus. Ohne Leitern geht da nichts.» So komme es, dass immer mehr dieser Bäume verschwinden und damit ein wichtiger traditioneller Bestandteil der Baselbieter Landschaft verloren gehen würde.

Trotz diesen Schwierigkeiten gelang es dem Verein in den vergangenen Jahren, zahlreiche Landesbesitzer zu motivieren, Hochstammbäume anzupflanzen. Laut Rüegg sei der marktwirtschaftliche Aspekt die Hauptmotivation gewesen: «Wir versuchen, mit diversen Detailhändlern zusammenzuarbeiten und so die Früchte an den Mann beziehungsweise an die Frau zu bringen.»

Erfolgreicher als erwartet

Ursprünglich setzte sich der Verein das Ziel, 500 Hochstammbäume zu pflanzen. Doch plötzlich gewann das Projekt eine eigene Dynamik. «Wir haben weitergemacht und schafften es schliesslich, doppelt so viele Bäume anzupflanzen, als wir eigentlich geplant hatten», sagt Rüegg. Zwei Faktoren waren für den Erfolg massgebend: Die Mobilisierungsarbeit, welche die beiden Vorstandsmitglieder Vreni Wüthrich und Dora Meier leisteten. «Sie verfügen über ein breites Beziehungsnetz und konnten so viele Leute dazu bewegen, an dem Projekt teilzunehmen», erklärt Rüegg. Ausserdem würden die Leute, die Hochstammbäume pflanzen, den Sinn hinter dem Projekt sehen. Nämlich das Erhalten der Baselbieter Landschaft.

Im Rahmen des Projekts, das hauptsächlich vom Fonds Landschaft Schweiz unterstützt wurde, wurde ein Mix von Kernobstgewächsen sowie Feld- und Nussbäume gesetzt. Rüegg: «Wir schauen zwar darauf, dass eine gewisse Vielfalt entsteht, dennoch müssen wir auch auf die Wünsche der Leute eingehen. Es ist ihr Grund und Boden – somit haben sie das Sagen, was gesetzt werden soll.»

Vorläufig bleibt es bei diesem Hochstammprojekt, jedoch ist eine Fortsetzung nicht ausgeschlossen. Dies wird dann aber ein Thema für die neue Präsidentin.