Wahlen

Eric Nussbaumer nach der Ständerats-Niederlage: «Es fuchst, dass am Ende so wenig fehlte»

Trotz des guten Nationalrats-Resultats: Eric Nussbaumer verpasst die Wahl in den Ständerat, nun werden zwei Frauen um den Sitz kämpfen.

Trotz des guten Nationalrats-Resultats: Eric Nussbaumer verpasst die Wahl in den Ständerat, nun werden zwei Frauen um den Sitz kämpfen.

Im Nationalrat strahlender Sieger, im Ständerat – ultraknapp – gescheitert: SP-Kandidat Eric Nussbaumer im Wechselbad der Gefühle.

Es hatte etwas Symbolträchtiges an sich: Da erzielt SP-Nationalrat Eric Nussbaumer mit 29 593 Stimmen das beste Resultat aller 134 Baselbieter Nationalratskandidierenden – doch im Foyer des Landratssaals liess er sich lange nicht blicken und schlich als Letzter verspätet an die offizielle Medienkonferenz der sieben Gewählten. Im Gespräch mit der bz zeigt sich, dass die knappe Niederlage im Ständeratsrennen Nussbaumer durchaus beschäftigt. An seinem Versprechen, sich vom zweiten Wahlgang vom 24. November zurückzuziehen, hält er aber fest.

Herr Nussbaumer, wie gross ist die Enttäuschung, dass Sie bei der Ständeratswahl so knapp damit scheiterten, Maya Graf zu schlagen?

Eric Nussbaumer: Natürlich bin ich enttäuscht, denn ich wollte unter die ersten Zwei kommen, um für den zweiten Wahlgang eine demokratische Legitimation zu haben. Das war mein Ziel und das habe ich nicht erreicht. Von daher fuchst es, dass am Ende nur 467 Stimmen oder 0,7 Prozentpunkte fehlten. Es war keineswegs unaufholbar.

Würden Sie sogar von einem Zufallsresultat zugunsten von Maya Graf sprechen?

Nein, das nicht. In zwei Bezirken – Arlesheim und Liestal – war ich besser als sie und sie umgekehrt in Sissach und Waldenburg. Gerade in ihrer Heimbasis Sissach hat Maya Graf eine unglaubliche Basis gelegt mit rund 1400 Stimmen Vorsprung. Das konnte ich nicht ausgleichen.

Wie erklären Sie sich, dass Sie bei der Ständeratswahl rund 7000 Stimmen weniger machten als bei der Nationalratswahl?

Das kann man nicht direkt vergleichen, da der Nationalrat eine Proporz- und der Ständerat eine Majorzwahl ist. Bei Letzterer haben Maya Graf und ich mit rund 30 und 29 Prozent
sogar erstaunlich viele Stimmanteile geholt, nicht viel weniger als die gut 34 Prozent der einzigen bürgerlichen Kandidatin Daniela Schneeberger. Dass ich nun schon bei zwei Nationalratswahlen – 2011 und 2019 – das beste Resultat erzielt
habe, freut mich natürlich ausserordentlich und spornt mich an, meine Arbeit im
Nationalrat weiterhin seriös fortzusetzen.

Nagt es nicht an ihrem Selbstverständnis als Politiker, dass Sie in Majorzwahlen nach zwei Niederlagen bei Baselbieter Regierungswahlen nun zum dritten Mal unterlegen sind?

An meinem Selbstverständnis nagt es nicht. Aber klar wäre ich auch gerne einmal bei einer Majorzwahl vorne gewesen, da haben Sie recht. Das hat nicht geklappt. Aber um es auch gesagt zu haben: Ich habe bei meinen zwei Anläufen für den Regierungsrat 2007 und 2013 immer viele Stimmen geholt. Bloss war die Konstellation so, dass es dennoch nicht reichte.

Wie stark hat aus Ihrer Sicht die Geschlechterfrage beim Ständeratsrennen eine Rolle gespielt?

Es sind immer mehrere Faktoren, die hineinspielen. Es wäre falsch, alles nur mit einem Faktor zu erklären. Es geht um die aktuellen Themen und Trends, aber auch um die Persönlichkeit und wohl auch das Geschlecht. Ich war einfach einen guten halben Prozentpunkt schlechter als Maya Graf und gratuliere ihr ganz herzlich, dass sie in den zweiten Wahlgang ziehen kann.

Überlegen Sie sich aufgrund des knappen Resultats nun nicht doch noch, zum zweiten Wahlgang anzutreten?

Wer mich kennt, weiss, dass ich verlässlich und berechenbar bin als Politiker. Wenn ich etwas sage, dann gilt es.

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