Umbau

Eröffnung der Rathausstrasse: Liestals neue «Flaniermeile» kann sich sehen lassen

Prägende Elemente der neuen Rathausstrasse sind die weissen Granitbänder und die hölzernen Sitzbänke.

Prägende Elemente der neuen Rathausstrasse sind die weissen Granitbänder und die hölzernen Sitzbänke.

Die neue Rathausstrasse ist fast fertig, das Eröffnungsfest steht vor der Tür. Am «Goldenen Samstag» vom 2. Dezember wird im ganzen Stedtli bei einem Frühstück und kultureller Unterhaltung gefeiert.

Offiziell wird die neue Rathausstrasse am Samstag kommender Woche eröffnet. Den Medien stellte die Stadt Liestal das fast vollendete Werk schon gestern vor. Vier Millionen Franken wurden investiert, neun Monate lang wurde mitten in der Stadt gebaut. Das sei «im Schaufenster einer kritischen Öffentlichkeit» gut gelungen, meinte Stadtbaumeister Thomas Noack. Und er ergänzte: «Das war kein klassisches Tiefbauprojekt. Das Resultat wird an der Gestaltung der Strasse und nicht an den erneuerten Leitungen im Boden gemessen. Und ich würde sagen: Das Resultat darf sich sehen lassen.»

Stadtrat und Bauchef Franz Kaufmann betonte: «Wir bauen diese Strasse nicht nur, weil wir sie schön finden. Die neue Rathausstrasse soll den Gewerbetreibenden zu erfolgreichen Geschäften verhelfen.» Dass sich Stadtrat und Gewerbler so nahe sind, war nicht immer so. Kaufmann blickte auf den steinigen Weg zurück, den die Rathausstrasse-Erneuerung hinter sich hat. 1986 bekämpfte der damalige Gewerbeverein IGL ein Projekt, ein weiteres scheiterte 1998 aus finanzpolitischen Gründen an der Urne.

Eine Strasse aus 54 Vorplätzen

«Man wollte immer schon, aber man wusste nicht wie», fasste Kaufmann den Leidensweg der Rathausstrasse zusammen. Erst 2014 war die Zeit reif, als der Einwohnerrat ein Postulat von Daniel Spinnler (FDP) und Diego Stoll (SP) zur Erneuerung der Strasse einstimmig überwies und sich schliesslich auch KMU Liestal dahinterstellte. Im letzten März begannen dann die Bauarbeiten am neuen, vom Büro Stauffenegger und Stutz ausgearbeiteten Projekt. «Diesen Sommer habe ich die berührende Erfahrung gemacht, was man bewirken kann, wenn man am gleichen Strick zieht, und erst noch in die gleiche Richtung», meinte Kaufmann.

In die gleiche Kerbe hieb Stadtpräsident Lukas Ott und erinnerte an den Spruch am Rathaus «Unitas civitatis robur», was auf Deutsch «Die Kraft der Bürgerschaft ist die Einigkeit» heisst. Unterstrichen wurde diese Einigkeit für Ott dadurch, dass an der Medienkonferenz alle fünf Stadtratsmitglieder und fünf Vorstandsmitglieder von KMU Liestal anwesend waren.

Jetzt gehe es darum, wie die Rathausstrasse bespielt und mit Leben gefüllt werde, sagte Ott. Stadtrat und KMU hätten dazu ein Paket mit zwanzig Massnahmen geschnürt – diese reichen von der Verbesserung der Erreichbarkeit vom Bahnhof und vom Ziegelhof her, über ein unkompliziertes Bewilligungswesen bis hin zu einem Bespielungsprogramm.

Gestalter Christian Stauffenegger erläuterte die Massnahmen des Erneuerungsprojektes: die vergrösserte, frei begehbare Fläche, die Rhythmisierung durch die Steinbänder, die dadurch entstandenen 54 Vorplätze vor den historischen Fassaden, und die Sitzbänke, die er «Kommunikationsinseln» nennt.

Das «Benzin zum Erfolg»

Liestal müsse nun auf der 220 Meter langen «Flaniermeile» unbedingt seinen Standortvorteil, die Gastfreundschaft, ausspielen, forderte Stedtli-Entwickler Thomas Bretscher. Gerade in Umbruchzeiten müsse man auf die veränderten Bedürfnisse der Kundschaft eingehen: Wenn ein Gast eine hohe Aufenthaltsqualität erlebe, verbleibe er länger im Stedtli, was zu höheren Frequenzen in den Geschäften führe. Bretscher: «Die Frequenz ist für den Retailhandel das Benzin zum Erfolg.»

Eine erste Gelegenheit, die Gastfreundschaft unter Beweis zu stellen, bietet sich am Eröffnungstag, dem «Goldenen Samstag» vom 2. Dezember. Ab neun Uhr wird im ganzen Stedtli bei einem Frühstück und kultureller Unterhaltung gefeiert. Mitarbeit: hi

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