Neues Impfzentrum eröffnet

Erste Impfstofflieferung reicht nicht mal für einen Viertel aller Baselbieter Betagten

Heute Montag wurden die ersten Personen im kantonalen Impfzentrum Feldreben in Muttenz geimpft. Zwei weitere Zentren in Lausen und Laufen könnten folgen. Doch das nützt wenig, solange der Corona-Impfstoff so rar ist.

Drei Zahlen genügen, um das Dilemma aufzuzeigen: 14000 Corona-Impfdosen mit dem Wirkstoff von Pfizer/Biontech wurden Baselland vom Bund bisher aufgrund der Bevölkerungszahl zugesichert. Weil jeder zweimal geimpft werden muss, reicht das für 7000 Personen. Allerdings leben im Baselbiet allein 31000 Menschen, die 75 oder älter sind und somit als Erstes geimpft werden sollen. «Das Angebot ist viel kleiner als die Nachfrage. Das ist ein grosser Druck, der für viele Impfwillige, aber auch für uns nur schwierig auszuhalten ist», sagt dazu Samuel Erny. Der Kantonsarzt bittet daher in erster Linie um Geduld.

Für 142 Betagte hatte das Warten heute Montag allerdings ein Ende. Sie waren die Ersten, die ab Mittag im neuen Baselbieter Impfzentrum Mitte auf dem Feldreben-Areal in Muttenz die begehrte Impfung erhielten. Gut 5000 Personen mit Jahrgang 1945 oder älter konnten sich insgesamt bei der ersten kantonalen Anmelderunde Ende Dezember einen Termin sichern und werden in den kommenden zwei Wochen nach Muttenz pilgern. Dazu sind bereits seit einer Woche mobile Impfequipen unterwegs, die bisher rund 200 Bewohnerinnen und Bewohner von Baselbieter Alters- und Pflegeheimen geimpft haben. Das Ziel ist, dass möglichst alle 3000 Altersheimbewohner bis zum 22. Januar die erste Impfdosis erhalten haben und bereits mit der zweiten Dosis begonnen werden kann.

Gros der Impfwilligen bis im Frühsommer geimpft?

Die Infrastruktur ist immens, die an der Muttenzer Stegackerstrasse 10 in direkter Nachbarschaft, aber klar abgegrenzt zur Abklärungs- und Teststation Feldreben aufgebaut wurde. Bis zu 1000 Impfungen täglich seien möglich, hiess es beim heutigen Medienrundgang mit Erny, Krisenstabsleiter Patrik Reiniger sowie Gesundheitsdirektor Thomas Weber. Zudem ist geplant, Mitte/Ende Januar in der Mehrzweckhalle Stutz in Lausen ein zweites Impfzentrum Ost in Betrieb zu nehmen. In Abklärung befindet sich, ob im Kantonsspital Laufen ein West-Zentrum möglich wäre. 3000 Impfungen pro Tag seien so total durchführbar. «Es macht aber keinen Sinn, weitere Zentren auf Vorrat zu eröffnen, ohne dass es genug Impfstoff gibt», so Weber am Rande der Veranstaltung.

Der Regierungsrat glaubt aber, dass der Bund schon bald einen zweiten Impfstoff zulässt. Jener von Moderna sei dann in grösseren Mengen lieferbar und müsse nicht wie jener von Pfizer bei minus 80 Grad Celsius gelagert werden. In Muttenz stehen bereits Kühlschränke für beide Varianten bereit. «Ich bin zuversichtlich, dass wir bis im Frühsommer das Gros der impfwilligen Bevölkerung impfen können», sagt Weber.

90 Prozent der Coronatoten waren über 75

Wann weitere Impftermine auf der Kantonswebsite oder auch telefonisch buchbar sein werden, war nicht zu erfahren. Das Anmeldefenster soll 48 Stunden im Voraus kommuniziert werden. Welche Personengruppen wann zugelassen werden, richtet nach den Bundesvorgaben. Nach den über 75-Jährigen folgen Hochrisikopatienten, dann Ü65 und erst dann das Gesundheitspersonal. Die Begründung dafür ist simpel: 90 Prozent der Coronatoten in Baselland waren bisher älter als 75.

Alle Infos zum Baselbieter Covid-19-Impfplan auf www.bl.ch/impfen

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