Feuerwehr

Es kriselt rund um «Florian»

(Symbolbild)

Es gibt Widerstand gegen «Florian».

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Aus Bubendorf gibt es Widerstand gegen den grossen Verbund von Liestal bis Bretzwil. Laut Bubendörfer Gemeindepräsident Erwin Müller sei der Hauptgrund dafür, dass eine intakte Feuerwehr vorhanden sei, die auch in drei bis fünf Jahren noch funktioniere.

«Florian» ist das derzeit ambitionierteste Feuerwehr-Projekt im Baselbiet: Elf Gemeinden zwischen Liestal und Bretzwil wollen ihre Feuerwehren zusammenlegen. Grund dafür ist, dass in einzelnen Gemeinden tagsüber nicht mehr genügend Feuerwehrleute vor Ort sind, um im Alarmfall rechtzeitig am Einsatzort zu sein. Eine der wichtigsten gesetzlichen Vorgaben heisst: mindestens acht Mann innert zehn Minuten.

Zur Bedeutung von «Florian» sagt der kantonale Feuerwehrinspektor Werner Stampfli: «Das Projekt ist wegweisend und ein Stück weit Taktgeber für die Zukunftsstrategie der Feuerwehr im Kanton.» Doch «Florian» geht es nicht anders als dem einst ebenfalls ambitionierten Projekt Unita, das vor über zwei Jahrzehnten die ersten Feuerwehrverbünde im Kanton einleitete: Es gibt Widerstand.

Dieser kommt bei «Florian» nun vor allem aus dem Verbund Wildenstein mit den Gemeinden Bubendorf, Ziefen und Ramlinsburg. Zum Grund sagt der Bubendörfer Gemeindepräsident Erwin Müller: «Der Hauptpunkt ist, dass wir eine intakte Feuerwehr haben, die auch in drei bis fünf Jahren noch funktioniert.»

Identitätsverlust befürchtet

Das hat unter anderem damit zu tun, dass Bubendorf über viele Arbeitsplätze verfügt und die örtlichen Firmen Leute für den Feuerwehrdienst abstellen. Somit kann der Verbund Wildenstein laut Müller auch die gesetzlichen Vorgaben im Alleingang erfüllen. Doch es gibt in Bubendorf noch weitere Vorbehalte gegenüber «Florian». Müller: «Feuerwehrleute befürchten, dass es mit ‹Florian› noch mehr Aufgebote gibt. Auch geht in unserem Verbund die Angst um, die Identität zu verlieren. Wir sind in den letzten Jahren zusammengewachsen und gut aufgestellt.»

An Aufgeboten mangelt es den «Wildenstein»-Feuerwehrleuten schon heute nicht: In diesem Jahr gab es bis jetzt inklusive Fehlalarme 42 Einsätze. Entgegen dem ursprünglichen Konzept hat nun der Lenkungsausschuss von «Florian», der vom Hersberger Gemeindepräsidenten Florian Kron geleitet wird, Bubendorf ein Zugeständnis gemacht: Nebst dem Stützpunkt Liestal und dem Zweitstandort Reigoldswil soll nun auch Bubendorf Feuerwehrstandort bleiben und sein Magazin behalten.

Da die politischen Prozesse länger dauern als einkalkuliert, wurde der Start von «Florian» um ein Jahr auf Anfang 2019 verschoben. Derzeit ist man am letzten Schliff der Statuten, die von allen beteiligten Gemeinden genehmigt werden müssen. Müller sagt: «Bei uns ist der Entscheid offen. Wir sind in einem Prozess.»

Sozusagen «Florian light» startet schon im Januar. Daran beteiligt sind Liestal sowie die Verbünde Oris (Seltisberg, Lupsingen) und Viola (Arisdorf, Giebenach, Hersberg). Dies, weil die beiden Verbundsfeuerwehren den Tageseinsatz nicht mehr sicherstellen können. Bestandteil von «Florian» ist, die neue Regionalfeuerwehr Liestal, wie das ganze heissen soll, tagsüber mit zehn vollamtlichen Feuerwehrleuten zu verstärken. Diese Teilprofessionalisierung starte 2018, das Endresultat hänge von der Zahl der zustimmenden Gemeinden ab, sagt Stampfli.

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