Die Strafe liegt nur minim unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft von vier Jahren: Der 51-jährige IT-Berater muss für drei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Das Baselbieter Strafgericht in Muttenz verurteilte ihn gestern wegen Brandstiftung, Betrugs und Irreführung der Rechtspflege.

Der Mann hatte im August 2016 im Keller der von ihm gemieteten Hälfte des Doppeleinfamilienhauses vier und im Dachgeschoss zwei Brandherde gelegt und dann die Polizei gerufen. Bereits fünf Monate zuvor hatte er einen Vandalenakt mit Drohungen in seinem Keller inszeniert und Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Aussagen mehrmals korrigiert

Der Mann hatte seine Aussagen mehrmals korrigiert, laut Gericht hat er jeweils seine Geschichten der Beweislage angepasst. Die Richter hatten keinen Zweifel daran, dass er die sechs Brandherde an jenem Abend selber gelegt hatte. Beim Fachwerkhaus im Dorfkern von Allschwil brannte der Dachstock vollständig aus.

Gerichtspräsidentin Irène Laeuchli sagte, als Motiv komme wahrscheinlich die finanzielle Situation des Mannes in Betracht: Die Familie war auseinandergebrochen, die Tochter lebte im Heim, er bezog Arbeitslosengelder und stand kurz vor der Aussteuerung. Damit hätte er sich als Mieter auch das teure Haus nicht mehr leisten können. Dies führte zu einer leichten Strafmilderung, ebenso, dass er selber den Brand gemeldet und die Nachbarn gewarnt hatte.

Abgesehen von der unbedingten Freiheitsstrafe fangen die finanziellen Probleme nun allerdings erst richtig an: Wie üblich beurteilten die Richter nebst der Strafe auch die direkt mit der Straftat zusammenhängenden Zivilforderungen. Der Mann muss die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung für die Brandschäden mit über 240'000 Franken entschädigen. Auch seine eigene Hausratversicherung forderte erfolgreich, die ausbezahlten 9800 Franken zurück, weil der Mann das Feuer selbst gelegt hatte. Der Vermieterin sprach das Gericht die Summe von knapp 10'000 Franken für diverse Schadenspositionen und Anwaltskosten zu, weitere Forderungen wurden auf den Zivilweg verwiesen.

Verurteilter beharrt auf seine Unschuld

Dazu muss der Mann auch die gesamten Verfahrens- und Gerichtskosten von knapp 25 000 Franken übernehmen. Der amtliche Verteidiger wurde mit 17 000 Franken aus der Gerichtskasse alimentiert, doch auch hier besteht eine Rückzahlungsverpflichtung, sollte der Mann jemals wieder zu Vermögen kommen.

Der Verurteilte bestand bis zuletzt freundlich und gleichzeitig beharrlich darauf, dass er den Brand nicht gelegt und auch die Versicherung nicht betrogen habe. Er kann das Urteil noch weiterziehen.