Wie ist es zu Ihrer umstrittenen Aussage in der «BaZ» gekommen?

Elisabeth Augstburger: Im Gespräch mit der «BaZ» war nur von «umstrittenen Therapien in Kantonen» die Rede. Ich müsste jetzt einen völligen Blackout haben, falls dies anders war. Ich dachte da etwa an Beratungsgespräche, wie sie alle Menschen führen können, welche Konflikte im psychosexuellen Bereich haben. Solche Gespräche unterstütze ich, solange sie freiwillig und aus eigenem Antrieb erfolgen.

Sie haben also ausdrücklich nicht Konversionstherapien für Homosexuelle gemeint?

Nein. Ehrlicherweise war mir der Begriff zuvor gar nicht so geläufig. Ich musste ihn nach dem «BaZ»-Artikel googeln. Meine Aussage wurde unzulässigerweise mit diesem Begriff in Verbindung gebracht.

Ist Homosexualität für Sie eine Krankheit, die geheilt werden muss?

Eindeutig nicht. Weder das eine, noch das andere.

Aber Sie sind gegen die Ehe für alle.

Das stimmt. Ich stehe zu dieser Meinung, weil es meiner Überzeugung entspricht. Da will ich mich nicht verstellen.

Wie hat sich der ganze Wirbel diese Woche auf Ihre Wahlchancen ausgewirkt?

Das wird sich am 20. Oktober zeigen. Aber jene, die mich jetzt für «unwählbar» erklären, hätten eh nicht für mich gestimmt.