Baselbieter Kantonsverlag

Export-Kanton Baselland sei «eine Operation am offenen, schlagenden Herzen»

Verlagsleiter Mathias Naegelin (r.) mit Regierungsrätin Monica Gschwind und den Autoren (v.l.) Roland Plattner, Lukas Kilcher, Marco Geu und Georg Kreis.

Verlagsleiter Mathias Naegelin (r.) mit Regierungsrätin Monica Gschwind und den Autoren (v.l.) Roland Plattner, Lukas Kilcher, Marco Geu und Georg Kreis.

Ein neues Buch ist in die Welt hinaus gezogen. Unter den Neuerscheinungen des Kantonsverlags ist auch ein Buch über Baselbieter.

«Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die gewaltigste», zitierte die Baselbieter Kulturdirektorin Monica Gschwind den deutschen Dichter Heinrich Heine. Stets im November präsentiert der Baselbieter Kantonsverlag seine neuesten Schätze zwischen Buchdeckeln an einer Vernissage. Ebenrain-Leiter Lukas Kilcher steuerte zusammen mit Peter Moser «Zukunft säen» über 100 Jahre landwirtschaftliche Bildung im Baselbiet bei. Historiker Georg Kreis schrieb «Am Rande der Stadt» über die Agglomerations-Problematik seit 1887. Franziska Ritter, Markus Schefer und Roland Plattner lassen mit «Quo vadis» die Baselbieter Verfassung untersuchen. Durch den Abend führte Autorin Barbara Saladin.

«Operation am offenen, schlagenden Herzen»

Marco Geu, Präsident der Herausgeberkommission Baselbieter Heimatbuch, nannte «Export», das vierte neue Buch, «eine Operation am offenen, schlagenden Herzen». Herausfordernd sei gewesen, Konzept und Layout zu verändern und motivierte Autoren zu finden. Als Haupterkenntnis machte er geltend, das heutige Baselbiet sei auf vielfältige Weise mit der ganzen Welt verwoben. Schon früher sei dies ein Charakteristikum des Kantons gewesen. «Baselbieter, die in die Welt zogen und mit ihren Erfahrungen wieder zurückkehrten, veränderten auch unseren Kanton», beschrieb Geu die Wechselwirkungen. Jürg Gohl taucht in die Welt des Liestaler Künstlers Paul Degen ein. Andreas W. Schmid bringt den so unvergleichlichen wie unvermeidlichen Roger Federer ins Buch. Rolf Wirz erzählt von elektromobiler Innovation, dem Twike. Viele weitere Geschichten lauern auf die Neugier der Lesenden.

26 Gemeinden haben noch keine eigene Heimatkunde

Im Publikum sassen alt Ständerat René Rhinow, die alt Regierungsräte Andreas Koellreuter und Erich Straumann, auch Landratspräsident Peter Riebli. Sie hörten Josua Oehler von der Arbeitsgemeinschaft zur Herausgabe der Heimatkunde über ein Durststrecke klagen. Seit 2014 sei keine neue Baselbieter Heimatkunde mehr erschienen. 26 Gemeinden seien noch immer gänzlich ohne. «Reden sie mit Ratsmitgliedern Kulturschaffenden und Einheimischen», forderte Oehler das Publikum auf, «bringen sie deutlich zum Ausdruck, dass der Gemeinde etwas fehlt, wenn sie über keine Heimatkunde verfügt.»

Bücher bedeuteten ihr viel, sagte Monica Gschwind. «Sie sind ein archiviertes Gedächtnis, können stiller Lehrmeister sein, sie entführen in eine andere Welt, können Spannung erzeugen oder für Entspannung sorgen, sie klären auf.»

 

Sämtliche Publikationen können über den Webshop des Kantonsverlags bestellt werden: www.sbmv-shop.bl.ch

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