Der Beschluss des Kirchenrats der römisch-katholischen Landeskirche Baselland (RKLK BL), die bikantonale Fachstelle katholisch.bs.bl aufzukünden, ist auf vielfache Kritik gestossen. Nun meldet sich auch die Leiterin der Fachstelle zu Wort. Sarah Biotti beschreibt den Prozess der Vertragskündigung als «falsch, kompetenzüberschreitend und unfair». So steht es in einer Stellungnahme auf der Webseite der Einrichtung. «Es tut sehr weh», schreibt Biotti, «über vier Jahre Arbeit so vor die Füsse geschmissen zu bekommen und zu hören, wir sollten dies als Chance sehen.» Der Entscheid des Kirchenrats habe viel kaputt gemacht.

«Reines Scheinargument»

Biotti geht auch auf die Begründung der Kündigung ein. Das Argument, die Fachstelle arbeite zu viel für die Stadt, könne so nicht stehen gelassen werden, schreibt sie. «Ganz ehrlich, es war und ist für mich ein reines Scheinargument, sachlich falsch und ohne jede nachgeprüfte Basis.» Der grösste Teil der Angebote sei bikantonal. Einen Überhang von Leistungen in der Stadt gibt es laut ihr nicht. Sie ruft auch zu Einheit in der Kirche auf. «Wir sollten gopffriedstutz endlich aufhören, uns gegeneinander auszuspielen und zu kritisieren.»

Zu Wort gemeldet hat sich auch Xaver Pfister. Der Theologe und frühere Co-Dekan der Römisch-katholischen Kirche Basel-Stadt (RKK BS) fordert in einem Schreiben an die bz, dass die Kündigung rückgängig gemacht werden solle. Das wäre «heilsam», denn es gebe strittige Fragen sorgfältig und gründlich zu prüfen. Offenbar seien im Vorfeld auch keine Gespräche mit den Stelleninhabern geführt worden, was eigentlich üblich sei, moniert Pfister. Jetzt sei die Synode gefragt.

Der katholische Landeskirchenrat Baselland hatte Mitte Mai dem Basler Kirchenrat eröffnet, der Vertrag über katholisch.bl.bs werde gekündigt. Die gemeinsam getragene Fachstelle wurde 2012 eingerichtet. Die Kosten tragen die beiden Kirchen hälftig.

Bereits vergangene Woche hatten Vertreter der Pastoralkonferenz Baselland und der Dekanatsleitung Basel-Stadt geschrieben, man sei über den Beschluss «schockiert» und «empört».