Wer sich bei Hitze abkühlen will, sucht am besten das kühlende Nass in den Flüssen der Region. Beliebt ist natürlich – nicht nur in überheissen Sommern – der Rhein, mit derzeit rund 24 Grad mindestens zehn Grad kühler als die Luft in den vergangenen Wochen. Doch wer es richtig frisch haben will, springt in die Birs. Deren Temperatur stieg nämlich auch an den stärksten Hitzetagen nie über 20 Grad.

In den vergangenen Wochen war die Birs in Münchenstein, aber auch zwischen Basel und Birsfelden voller Erfrischungssuchender. Auffallend dabei: Oft lassen Eltern ihre Kinder im Flusswasser planschen. Denn der Wasserstand ist sehr tief, Strömung ist kaum mehr festzustellen – ein ideales Biotop für allerhand ungesunde Bakterien, könnte man meinen. Doch das Gegenteil ist der Fall, wie das Kantonale Laboratorium Baselland auf Anfrage mitteilt.

Das Labor misst in der Badesaison alle zwei Wochen die Konzentration der Fäkalbakterien Escherichia coli und Enterokokken im Birswasser. Diese beiden Darmbakterien waren bei der letzten Messung am 15. Juli nicht in gesundheitsgefährdender Menge vorhanden, so die Messungen des Labors. «Mit der Wasserqualität B ist das Wasser der Birs zwar nicht perfekt, aber gut», sagt Kantonschemiker Peter Wenk.

Generell sei bei schönem, warmem Wetter das Wasser in Flüssen eher unbedenklich zum Baden. Er erklärt das mit zwei Phänomenen: Einerseits sorgt die starke Sonne für viel UV-Strahlung, die Keime im Wasser abtötet. Andererseits bauen bei schönem Wetter die Abwasserreinigungsanlagen entlang des Flusses die Bakterien speziell gut ab, weil es kein überschüssiges Wasser gibt, das ungereinigt in die Gewässer gelangen kann. Und hinzu kommt, dass sich viele gesundheitsgefährdende Bakterien derzeit im Boden befinden. Weggeschwemmt würden sie erst, wenn es viel regne, sagt Kantonschemiker Peter Wenk – «und dann badet man ja nicht in Flüssen».

Nicht in Oberwiler Bach baden

Trotz etwas tieferer Temperaturen darf man die grösseren Gewässer der Region weiterhin ohne Angst zum Baden benützen, also neben der Birs die Wiese und die Ergolz. Heikel ist das Abkühlen hingegen in der Frenke bei Liestal und im Eibach beim Wasserfall Giessen unterhalb von Kilchberg (Wasserqualität C). Dort ist gemäss den Messungen des Kantonslabors «eine gesundheitliche Beeinträchtigung nicht ausgeschlossen». Und der Marchbach, der durch Oberwil und Therwil fliesst, weist so viele Fäkalkeime auf, dass das Wasser sogar mit Qualität D bewertet werden muss.