Tausendsassa

«Farnsburg»-Wirt Erdal Koyuncuer ist in Liestal auf Expansionskurs

«Farnsburg»-Wirt Erdal Koyuncuer ist in Liestal auf stetigem Expansionskurs. Nun peilt er die fünfte Gastro-Lokalität an.

«Farnsburg»-Wirt Erdal Koyuncuer ist in Liestal auf stetigem Expansionskurs. Nun peilt er die fünfte Gastro-Lokalität an.

Wirt Erdal Koyuncuer peilt die fünfte Gastro-Lokalität an. Neben der «Stadtmühle» hat der 37-Jährige einen weiteren Gastro-Fisch an Land gezogen.

Am kommenden Samstag feiert der umtriebige Liestaler Wirt Erdal Koyuncuer (37) öffentlich seine neuste Übernahme: Er lädt zum Fest mit Live-Musik und Willkommensgetränk in die «Stadtmühle». Dieses traditionsreiche Liestaler Lokal führt er seit Anfang April als Pächter. Der Start habe sich nicht schlecht angelassen, das Restaurant mit seinen 100 Plätzen sei zur Mittagszeit etwa zur Hälfte ausgelastet. Aber Erdal wäre nicht Erdal, wenn er sich damit zufrieden gäbe: «Jeder Neustart braucht Zeit. Aber ich rechne schon damit, dass wir in Grössenordnung drei Monaten voll sind.»

Denn er ist anderes gewohnt. So erwähnt er, dass sein angestammtes Haus, die «Farnsburg», von der aus er seit zwei Jahren seine Netze über Liestals Gastroszene auswirft, über Mittag doppelt ausgelastet sei. Das heisst, praktisch jeder der 65 Plätze wird zwischen 12 und 14 Uhr zweifach belegt, und das quer durch die Bevölkerung vom Handwerker bis zum Regierungsrat. Und auch abends hat man Mühe, ohne Reservation in der «Farnsburg» einen Platz zu finden.

Den Kaffee gibts obendrein

Kein Wunder, kopiert Erdal Koyuncuer sein «Farnsburg»-Erfolgsrezept auf die «Stadtmühle»: mehrere Mittagsmenus ab einem Preis von knapp 20 Franken inklusive Salat und Dessert. Und den Kaffee schenkt er obendrein. Beim Menuangebot differenziert er aber, denn das «Stadtmühle»-Publikum sei bodenständiger. Er ändert denn am Konzept seines Vorgängers und «Stadtmühle»-Besitzers Albert Schweizer nur häppchenweise Dinge. So setzt er mit seinem siebenköpfigen Team – gleich viel Personal arbeitet auch in der «Farnsburg» – nach wie vor auf ein urchiges Speiseangebot.

Gleichzeitig hat Erdal Koyuncuer einen weiteren Gastro-Fisch an Land gezogen: Er hat mit Tertianum, das ab Herbst 2019 die Alterssiedlung Rebgarten direkt unterhalb der «Farnsburg» betreiben wird, einen Catering-Vertrag abgeschlossen. Er wird ab Eröffnung des «Rebgartens» mittags und abends das Essen für Bewohner, Mitarbeiter und Gäste liefern, das heisst zwischen 40 bis 100 Portionen. Dazu wird Erdal Koyuncuer zwei zusätzliche Köche anstellen und in der «Farnsburg» das Küchenregime umstellen, damit alle nebeneinander durchkommen.

Auch noch das «Portofino»?

Tertianum und «Stadtmühle» verbindet übrigens eine Parallele: Sowohl der «Stadtmühle»-Besitzer wie auch eine Vertretung der Tertianum-Geschäftsleitung entschieden sich nach einem Probeessen in der «Farnsburg» für Erdal Koyuncuer als Geschäftspartner. Damit nicht genug. Derzeit ist er mit Nicolas Manzi, dem auch die «Farnsburg» gehört, im Gespräch um die Übernahme des Restaurants Portofino am Fischmarkt.

Diese Lokalität wird derzeit renoviert und Erdal Koyuncuer würde gerne per Anfang 2019 zusammen mit seinem Bruder hier einen Mix aus Brötlibar und Steakhouse eröffnen. Im Weitern pachtet Erdal Koyuncuer das «Amtshaus», das einen Steinwurf oberhalb der «Farnsburg» am Stedtli-Eingang liegt. Dieses hat er aber an einen Unterpächter weitergegeben.

Wie bringt Erdal Koyuncuer alles unter einen Hut? «Ich arbeite derzeit 15 bis 16 Stunden pro Tag und auch meine Frau ist sehr engagiert. Aber irgendwann muss ich dieses Pensum reduzieren.» Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil seine Kinder (14- und 9-jährig) beginnen, aufzubegehren.

Autor

Andreas Hirsbrunner

Andreas Hirsbrunner

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