Wenige Tage nach seiner Wahl zum Präsidenten der CVP Baselland machte Silvio Fareri in der bz kein Geheimnis um seine persönliche Meinung zu den Wahlen im Herbst: «Ich selber würde eine Unterstützung von Daniela Schneeberger ausschliessen, sollten FDP und SVP bei den Nationalratswahlen eine Listenverbindung eingehen.»

Die Ansage war unmissverständlich und für die Ständeratskandidatur von Daniela Schneeberger (FDP) gefährlich. Sechs Wochen später, und nachdem die FDP am Dienstagabend die Listenverbindung mit grossem Mehr beschlossen hat, zeigt Fareri sogar Verständnis für das Vorgehen der FDP unter Präsidentin Saskia Schenker. «Auch sie wollen auf Nummer sicher gehen und den Sitz von Daniela Schneeberger verteidigen.»

Die demonstrierte Lockerheit kommt nicht von ungefähr. Mittlerweile ist die breite Mitte-Allianz mit einer Listenverbindung zwischen CVP, GLP, EVP und BDP beschlossene Sache. Das war vor sechs Wochen noch nicht der Fall. «Daher ist die Bedrohung durch die Listenverbindung zwischen FDP und SVP nicht mehr so gross wie damals angenommen», rechtfertigt Fareri seine Aussagen von damals. Mit der breiten Unterstützung aus der Mitte gehe die CVP Baselland selbstbewusst in den Wahlkampf, betont der damals neu gewählte Präsident. «Ich bin sehr optimistisch, dass wir den Sitz von Elisabeth Schneider-Schneiter halten können.»

Wahlempfehlung erst im August

Ob nun die Listenverbindung zwischen FDP und SVP auf den Ständeratswahlkampf einen Einfluss hat, kann und will Silvio Fareri noch nicht sagen. Der Parteivorstand habe diesbezüglich noch keine Beschlüsse gefasst, und die finale Entscheidung werde am Parteitag im August fallen. Eine Vereinbarung unter den Mitteparteien, dass EVP-Kandidatin Elisabeth Augsburger im Ständeratswahlkampf unterstützt werden muss, gebe es nicht.

Die BDP hat ihren Mitgliedern bereits Stimmfreigabe erteilt. Die scheint bei der CVP ebenso gut möglich zu sein. Liberal denkende Christdemokraten werden sich auf die Seite von Schneeberger stellen. Jene, die zur Mitte tendieren und denen auch Umwelt- und Sozialthemen am Herzen liegen, eher zu Augsburger, vielleicht sogar auch zu Maya Graf (Grüne) oder Eric Nussbaumer (SP).

DP-Präsidentin Saskia Schenker betonte am Parteitag mehrfach, dass es sich bei einer Listenverbindung um «eine rein mathematische Angelegenheit» handle. Jede Partei mache ihren eigenen Wahlkampf und habe ihre eigenen Themen. «Wir haben auf nationaler Ebene einige Differenzen mit der SVP», betonte Schenker. Mit der Listenverbindung soll das Risiko einer Abwahl von Daniela Schneeberger minimiert werden. Das habe ein Analysetool gezeigt, erklärte Schenker. Die Parteipräsidentin erinnerte an die Nationalratswahlen 2011, als die FDP den Alleingang wagte und bis zuletzt um ihren Sitz zittern musste.