Ott-Nachfolge

FDP greift nach dem Sitz der Grünen im Liestaler Stadtrat

Wer ersetzt Lukas Ott von den Grünen im Liestaler Stadtrat?

Wer ersetzt Lukas Ott von den Grünen im Liestaler Stadtrat?

Die Baselbieter FDP will mit eigener Kandidatur zur Wahl antreten — offen ist, mit wem.

Die SVP diskutiert noch, die SP hofft auf die Grünen, die FDP will — die Ausgangslage für die Wahl der Nachfolge für Lukas Ott im Liestaler Stadtrat wird klarer. Und: Die Grünen werden gefordert sein, wollen sie ihren Sitz verteidigen. Denn die FDP will mit einer eigenen Kandidatur zur Ersatzwahl des Grünen Lukas Ott als Stadtrat antreten.

Vor einer Woche gab Stadtpräsident Lukas Ott bekannt, dass er ab Dezember 2017 als Basler Stadtentwickler amten wird. Als Stadtpräsident und somit auch als Stadtrat von Liestal tritt er daher auf Ende November ab. Sein Nachfolger, seine Nachfolgerin wird, wie vermutet, am 26. November gewählt. Dies hat die Stadt Liestal gestern offiziell bekannt gegeben.

Eine bürgerliche Zusammenarbeit?

Für die FDP Liestal ist klar: Sie will den Sitz von Ott den Grünen abjagen. «Wir sind momentan auf der Suche nach einem geeigneten Kandidaten, einer geeigneten Kandidatin», sagt Hans Vogt, Präsident der FDP Liestal. Geplant sei, dass ein möglicher Kandidat am 26. September an einer ausserordentlichen Sektionsversammlung offiziell ins Rennen geschickt werden könne, so Vogt.

Um Namen zu nennen, sei es noch zu früh. Zuerst werde nun im engeren Kreis des Vorstands sowie der Einwohnerratsfraktion nach einem Kandidaten gesucht. Danach werde eventuell auch das Feld geöffnet. Zum Beispiel für ehemalige Einwohnerräte, wie Vogt erklärt. «Bis jetzt hat sich niemand als Kandidat oder als Kandidatin gemeldet», sagt Hans Vogt. Zudem wolle die FDP mit anderen bürgerlichen Parteien ins Gespräch treten, um eine allfällige Zusammenarbeit zu diskutieren.

Gesprächsbereitschaft für eine bürgerliche Zusammenarbeit signalisiert auch Reto Tschudin, Präsident SVP Liestal und Umgebung. Ob die SVP einen eigenen Kandidaten zur Wahl aufstellt, sei noch unklar. Gestern Abend hat die SVP über ihr Vorgehen diskutiert. Spruchreif sei die Strategie aber erst in den nächsten Tagen, heisst es vonseiten der SVP. «Ein Stadtrat in Liestal würde uns gut anstehen», sagt Tschudin. Und weist auf die Stärke der SVP-Fraktion im Einwohnerrat hin.

Acht Sitze hat die SVP im 40-köpfigen Liestaler Parlament, im Stadtrat ist sie nicht vertreten. Bei der letzten Stadtratswahl schiffte SVP-Kandidat Beat Gränicher ab. Mit 1154 Stimmen holte er nur gerade die Hälfte der Stimmen wie der parteilose Daniel Muri, der von den Gewählten am schwächsten abschnitt. Die SP, momentan mit zwei Sitzen im Stadtrat, hat zwei Sitze mehr im Einwohnerrat als die SVP. Neun Sitze hat die FDP, sie ist mit Daniel Spinnler im Stadtrat vertreten. Die Grünen haben sieben Mandate im Einwohnerrat und einen Stadtratssitz zu verteidigen.

Kein Interesse an einer eigenen Kandidatur für den Stadtrat hat die SP. «Für uns steht eine Kandidatur der Grünen im Vordergrund. Sie stehen in der Pflicht und müssen einen Kandidaten präsentieren», sagt Patrick Mägli, Co-Präsident der Liestaler SP. Klar sei, dass die SP an einer Weiterführung der rot-grünen Mehrheit interessiert sei. Doch stellt sich die Frage, ob die SP in die Bresche springen wird, wenn die Grünen keinen für die SP valablen Kandidaten aufstellt: «Das steht momentan nicht zur Debatte.»

Stadtpräsidium noch kein Thema

Erreicht bei der Ersatzwahl niemand das absolute Mehr, wird ein zweiter Wahlgang angesetzt. Wann dieser stattfindet, ist noch offen. Was klar ist: Bis 4. Dezember müssen Kandidaten gemeldet sein. Erst wenn der Stadtrat wieder komplett ist, wird über die Nachfolge von Ott als Stadtpräsident befunden. Zu einer Volkswahl kommt es jedoch nur, wenn sich der Stadtrat in neuer Zusammensetzung nicht auf einen neuen Stadtpräsidenten einigen kann.

Entsprechend zurückhaltend auf die Frage nach eigenem Interesse am Stadtpräsidium gibt sich der Vize-Stadtpräsident Franz Kaufmann (SP). Wichtiger sei für ihn die Übergangszeit ohne Stadtpräsident, da müsse alles reibungslos funktionieren. Ähnlich klingt es von der SP-Parteispitze: «Zuerst gilt es, die Neuwahlen abzuwarten», sagt Patrick Mägli.

Doch: «Grundsätzlich hat die SP Liestal natürlich ein Interesse am Stadtpräsidium.» Hans Vogt stellt klar: «Daniel Spinnler bleibt als Stadtpräsident eine Option.» Im Vordergrund stehen aber momentan die Ersatzwahlen. Keine Ambitionen als Stadtpräsident hegt der parteilose Stadtrat Daniel Muri. Die Arbeit in seinem Ressort fülle ihn aus.

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