In Binningen gibt es dieses Jahr am 1. August keine offizielle Feier, zumindest hatte dies der Gemeinderat in der Budgetdebatte im Dezember so kommuniziert. Der Grund: Der Einwohnerrat hatte Einsparungen von rund einer Million Franken verbindlich vorgegeben, und dies war eine der Konsequenzen.

Eine der reichsten Gemeinden

Doch vor vier Wochen kam die CVP-Fraktion auf die Idee, mit einem Budgetpostulat den Gemeinderat aufzufordern, die Absage sozusagen abzusagen. «Wir sind eine der reichsten Gemeinden der Region, wir sollten den Nationalfeiertag mit einer würdigen Feier begehen können», meinte am Montag auch Einwohnerrat Marc Schinzel (FDP).

Und auch Philipp Spitz (SP) sprach von einem redimensionierten Rahmen mit «Lampion, Wurst und Brot». Das kam beim Gemeinderat nicht so gut an.

«Wir hatten letztes Jahr einen lausigen Besuch, nur zwei Einwohnerräte waren anwesend. Insgesamt hatten wir 180 Leute, davon 80 arbeitende Leute vom Sportclub Binningen», erklärte Gemeinderat Daniel Nyffenegger am Montag in der Ratsdebatte. Und auch Gemeindepräsident Mike Keller hatte kein Verständnis dafür, dass fünf Wochen vor dem Nationalfeiertag plötzlich ein Auftrag zur Organisation kommen sollte.

«Es ist sensationell, dass diejenigen, die die Sparmassnahmen verordnet haben, jetzt sagen, wir seien eine reiche Gemeinde», kommentierte der FDP-Gemeindepräsident mit sarkastischem Unterton seine eigene Partei. «Ich muss sagen, wir kommen uns verschaukelt vor, wenn wir unsere Hausaufgaben machen und dann das Parlament, das das beschlossen hat, den Beschluss wieder umkippt», so Keller.

Das Postulat der CVP wurde mit 22 gegen 9 Stimmen dennoch überwiesen, der Gemeinderat machte indes klar, dass es für eine offizielle Organisation viel zu spät sei. Mike Keller rief schliesslich zur freiwilligen Mitarbeit auf, und Marc Schinzel kündete an, er führe nun eine Liste, in die sich alle eintragen könnten, die mithelfen wollen.

Zu spät für gemeinsame Feier

Der Gemeinderat liess durchblicken, eine Grundinfrastruktur etwa mit Festbänken könne man durchaus stellen. Ob das Fest nun in die Gänge kommt, wird sich noch zeigen.
Binningen hatte bereits erfolglos versucht, die Feier gemeinsam mit Bottmingen zu veranstalten. Weil das Fest bereits im Detail geplant war, war dies für 2019 nicht mehr möglich, für das Jahr 2020 ist diese Variante allerdings noch immer in Diskussion.