Baselland

Felix im Glück — Liestaler Stadtrat bleibt links-grün

Das ist der neue Liestaler Stadtrat (v. l.): Regula Nebiker, Lukas Felix, Daniel Spinnler, Marie-Theres Beeler und Daniel Muri.

Das ist der neue Liestaler Stadtrat (v. l.): Regula Nebiker, Lukas Felix, Daniel Spinnler, Marie-Theres Beeler und Daniel Muri.

Der Liestaler Stadtrat bleibt mehrheitlich links-grün. Lukas Felix (SP) schlägt Daniela Reichenstein (FDP) klar.

Hans Vogt war am Sonntag Nachmittag nicht zu beneiden. Einmal mehr musste der Präsident der FDP Liestal nach einer Stadtratswahl im Rathaus erklären, wieso es seiner Partei nicht reichte, den nach Regula Gysins Rücktritt vor acht Jahren verlorenen zweiten Sitz zurückzuholen. Mit Daniela Reichenstein nahmen die Freisinnigen jetzt bereits den vierten Anlauf. Und auch sie hatte vor dem Wahlvolk keine Chance, den zurücktretenden Stadtrat Franz Kaufmann (SP) zu beerben.

Mit ihren 1546 Stimmen übertraf sie zwar das absolute Mehr, doch der zweite neue Kandidat, Lukas Felix von der SP, segelte mit seinen 2049 Stimmen in einer andern Sphäre. FDP-Präsident Hans Vogt zeigte bei seinem Erklärungsversuch auf die Partner, allen voran die SVP: «Wir hatten keinen Support von den andern bürgerlichen Parteien.» Dazu komme, dass umso links-grüner gewählt werde, desto stadtnäher eine Gemeinde sei.

Daniel Muri schwingt mit Glanzresultat obenaus

Reichenstein selbst wollte das Resultat nicht deuten, sondern verwies auf die anstehende Analyse. Sie sprach aber von einem fairen Wahlkampf, was Felix zum spontanen Zwischenruf «sehr» animierte. Zu seinem Resultat meinte der neue Stadtrat: «Ich freue mich sehr über das Vertrauen. Jetzt gehts richtig los, ich will etwas bewegen.»

In welchem Departement ist noch offen. Doch einiges spricht dafür, dass Felix in Kaufmanns Spuren als Bauchef treten wird. Denn dort laufen auch die Fäden für die Klimapolitik zusammen – Liestal hat als eine der ersten Städte den Klimanotstand ausgerufen – und der 34-jährige Chemiker und Umweltmanager wäre prädestiniert, diese Fäden zu einem erkenntlichen Strang zu verknüpfen.

Nie in Zweifel stand in Liestal, dass die vier wieder antretenden Stadträte gewählt werden. Das einzige Überraschende war gestern die Reihenfolge: Obenaus schwang Daniel Muri mit 2658 Stimmen. Damit stand sein Name auf über drei Viertel aller abgegebenen 3435 Stimmzetteln, was übrigens einer Stimmbeteiligung von 38,3 Prozent entspricht. Muri erklärte sein Glanzresultat bescheiden mit seiner Parteilosigkeit und seinem Bekanntheitsgrad in Liestal. Auf den weiteren Plätzen folgten Stadtpräsident Daniel Spinnler (FDP) mit 2456, Regula Nebiker (SP) mit 2246 und Marie-Theres Beeler (Grüne) mit 2168 Stimmen.

Mit der Nichtwahl von Reichenstein bleibt Spinnler einziger Bürgerlicher im fünfköpfigen Stadtrat. Er hat damit kein Problem: «Ich kenne Lukas Felix von den Pfadi her als Pragmatiker. Pragmatisch sind auch die bisherigen Kolleginnen und Kollegen im Stadtrat. Abstimmungen gingen praktisch immer einstimmig aus.» Felix sei eine gute Ergänzung zum bestehenden Team, wie es auch Daniela Reichenstein bei einer Wahl gewesen wäre. Von Felix erwarte er neue Impulse. Und Spinnler ergänzte: «Wir haben keine Zeit für Parteikämpfe und Spielchen im Rat, wir müssen Liestal voranbringen.»

Kämpfe dürfte es auch keine ums Präsidium geben: Alle Befragten stehen hinter Spinnler als auch künftigem Liestaler Stadtpräsidenten.

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