Hölstein

Feuerwerk und Knallerei sorgen für rote Köpfe

In Hölstein beginnt der 1. August künftig schon am 31. Juli. (Archivbild)

In Hölstein beginnt der 1. August künftig schon am 31. Juli. (Archivbild)

In Hölstein beginnt der 1. August künftig schon einen Tag früher. Das geänderte Reglement macht’s möglich. «Traditionen haben sich verändert. Mit diesem Schritt bewegen wir uns in Richtung der Allgemeinheit», so die Gemeindepräsidentin von Hölstein Andrea Heger

Eine Änderung im Polizeireglement birgt Zündstoff. Die Exekutive von Hölstein beantragte bei der Gemeindeversammlung, dass neu auch am 31. Juli, am Tag vor dem Nationalfeiertag, ohne Bewilligung Feuerwerke abgebrannt und Knallkörper gezündet werden dürfen. Das freut nicht alle.

«Dem Gemeinderat ist bewusst, dass dann länger geknallt wird», führte das für Sicherheit zuständige Ratsmitglied Rolf Tschudin am Montagabend aus. Eigentlich sollte man dies einschränken, was aber nicht durchsetzbar sei. Die Kosten für Littering und Abfall seien schon jetzt «enorm», was jedoch ein gesellschaftliches Problem sei, meint Tschudin, der ein paar Baselbieter Gemeinden aufzählt, die Feuerwerke am 31. Juli ebenfalls erlauben. In vielen Kommunen wird der letzte Tag des Juli dem 1. August gleichgestellt.

«Gewisse Resignation des Gemeinderats»

Ein Versammlungsteilnehmer wehrt sich gegen diese Reglementsänderung. Er stellt eine «gewisse Resignation des Gemeinderats» fest und weist auf die leidenden Tiere hin. Auch vermisst der Votant klare Rechtsverhältnisse; dann werde auch am 30. Juli und 2. August noch Lärm verursacht. Er schlägt vor, Feuerwerke und Knallkörper am 31. Juli erst ab 18 Uhr zuzulassen.

Das sei schwierig zu regeln, entgegnet Rolf Tschudin. Dieser berichtet von seiner beruflichen Tätigkeit als Polizist im Kanton Solothurn über zahlreiche Einsätze während des diesjährigen Nationalfeiertags und erklärt, dass es für die Ordnungshüter nicht einfach sei, die Situation in den Griff zu bekommen. Ein weiterer Mann wirft ein: «Wir alle waren auch mal jung und haben geknallt.» Er appelliert an die Vernunft der Jungen.

Vor der Abstimmung spricht Gemeindepräsidentin Andrea Heger, die erstmals in dieser Funktion eine Versammlung leitet, zu den Stimmberechtigten. «Traditionen haben sich verändert. Mit diesem Schritt bewegen wir uns in Richtung der Allgemeinheit», zeigt sie sich überzeugt. Mit grossem Mehr gegen zwei Stimmen passiert der Gemeinderatsantrag locker.

Das Trinkwasser ist nicht billig

Hölstein investiert weiter in seine Wasserversorgung. Für drei neue Projekte bewilligt die Gemeindeversammlung jeweils einstimmig insgesamt gut 1,7 Millionen Franken.

In der Hauptstrasse zwischen Ribigasse und südlichem Dorfeingang wird die Wasserleitung für 1,3 Millionen erneuert. Diese Arbeiten erfolgen früher als geplant, weil dem Vorhaben durch die laufenden Entwicklungen in der kommunalen und regionalen Wasserversorgung eine neue zentrale Rolle zukommt. Auch der Neubau der Waldenburgerbahn mit seinen Auswirkungen auf die Kantonsstrasse macht diese vorgezogene Investition nötig. Zudem stehen in der Tiefenmatt und am Buechring weitere Etappen der Erneuerung der Wasserleitungen an. Brigitte Maurer, seit Anfang Juli neue Gemeinderätin und verantwortlich für Wasser und Abwasser, legte einen souveränen ersten Auftritt hin.

An der Versammlung im Dezember 2018 sprach der Souverän für Hölsteins Ausstieg aus der Wasserversorgung Waldenburgertal AG Kredite von gegen 3,5 Millionen Franken. Das 2550-Seelen-Dorf ist nun allein Herr über Haushalte und Betriebe auf seinem Gemeindegebiet.

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